Nachhaltige Zukunft gemeinsam gestalten
Eine nachhaltige Entwicklung ist nur möglich, wenn die ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Interessen gleichberechtigt berücksichtigt werden. Dieser vernetzte Ansatz, der spätestens seit der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro anerkannt ist, geriet in den vergangenen Jahren etwas aus dem Fokus. Viele Lösungsvorschläge der internationalen Gemeinschaft haben die großen Zusammenhänge ausgeblendet. Es werden nur Teilaspekte adressiert, obwohl die meisten ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in einem engen Bezug zueinander stehen und deshalb nicht voneinander isoliert betrachtet werden sollten. Das Beispiel Klimawandel macht dies deutlich: Im Zuge der globalen Klimaveränderungen nehmen extreme Wetterereignisse zu. Trockenheit, Überschwemmungen, Stürme und Bodenerosion sorgen in vielen Regionen der Welt für Missernten. Es kommt zu einer Unterversorgung mit Grundnahrungsmitteln. Diese wiederum birgt die Gefahr vieler lebensbedrohlicher Krankheiten.
Es ist für die Zukunft unerlässlich, die Wechselbeziehungen zwischen den verschiedenen Faktoren eines Phänomens zu erkennen und auf Basis so gewonnener Erkenntnisse die großen Herausforderungen unserer Zeit an der Wurzel zu packen. Um diese Art der ganzheitlichen Betrachtung zu umschreiben, hat sich in jüngster Zeit der Begriff „Nexus“ herausgebildet. Insbesondere Deutschland bringt sich auf der Rio-Nachfolgekonferenz im Juni 2012 mit der Nexus-Thematik ein. 25 Jahre nach dem Brundtland-Bericht „Unsere gemeinsame Zukunft“ soll erneut die ganzheitliche Betrachtung, die für eine nachhaltige Entwicklung unerlässlich ist, in den Fokus gesetzt werden.
Niemand kann die globalen Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung im Alleingang lösen. Da die Probleme stark miteinander vernetzt sind, müssen es auch die Lösungsansätze sein. Gefragt sind effektive Kooperationen zwischen Staaten, multilateralen Organisationen, Nichtregierungsorganisationen (NGOS), Wissenschaft und Unternehmen. Daher messen wir dem konstruktiven Dialog und der konkreten Zusammenarbeit mit einer Vielzahl engagierter Stakeholder bei Bayer einen hohen Stellenwert bei. Langfristig erfolgreich können wir nur durch Kooperationen sein und durch ein Handeln, das im Einklang mit den Anforderungen unserer Stakeholder steht. Aus der Diskussion mit ihnen leiten wir u. a. unsere Entwicklungspotenziale und konkrete Projekte in Forschung und Entwicklung ab. Als sehr divers aufgestelltes Unternehmen nutzen wir zudem den Vorteil, dass wir auch die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen den einzelnen globalen Herausforderungen beobachten, analysieren und systematisch in unsere Lösungsansätze einbeziehen können. Unser Portfolio konsequent an den Herausforderungen der Zukunft auszurichten und gezielt partnerschaftliche Kooperationen einzugehen, um gemeinsam Lösungen einen Schritt näherzukommen, ist in unserem eigenen Interesse, wie unsere nachfolgenden Kernthemen zeigen.
Wir analysieren regelmäßig die Anregungen und Erwartungen externer und interner Stakeholder durch Stakeholder-Dialoge und -Befragungen, um die Wesentlichkeit nachhaltigkeitsrelevanter Themen für unsere Anspruchsgruppen mit unserer eigenen Einschätzung abgleichen zu können. Auf diese Weise erkennen wir, in welchen Bereichen sich unsere Nachhaltigkeitsstrategie weiterentwickeln muss oder welche Themen wir zukünftig mehr in den Fokus rücken müssen. Die Gegenüberstellung externer und interner Prioritäten halten wir in einer Materialitätsmatrix fest. Wir haben diese aktuell im Rahmen eines Stakeholder-Prozesses anhand von Befragungen externer Stakeholder, internen Stakeholder-Workshops auf unterschiedlichen Ebenen, Benchmarkings und externen Analysen gemeinsam mit einem internationalen ThinkTank überprüft, restrukturiert und neu fokussiert. Gegenüber 2010 gab es einige Veränderungen in der Materialitätsmatrix, die auf veränderte Prioritäten unserer externen als auch internen Stakeholder sowie eine andere Analysemethodik zurückgehen. Wir haben Themen durch die Bildung neuer Gruppierungen stärker fokussiert und dadurch ihre Anzahl reduziert und ihnen ein schärferes Profil gegeben. Ergänzend haben wir der Matrix eine Auswahl an Erläuterungen beigefügt.
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Neue Technologien: Management von Risiken und Chancen
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Bekenntnis zur Arbeitsplatzsicherung
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Bekämpfung von Gesundheitsrisiken durch Produktfälschungen
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Produktsicherheit, REACH, Überwachung der Umweltauswirkungen von Stoffen mit endokriner Wirkung oder Wirkstoffen, HCFC und Ersatz von Produkten der WHO-Klasse I
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Innovationen, die Kundenwünsche und gesellschaftliche Bedürfnisse zusammenbringen
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U. a. Compliance, Integrität, Korruptionsbekämpfung, verantwortliche Marketing- und Vertriebspraktiken
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Förderung der Energieeffizienz, der effizienten Ressourcennutzung (z. B. Wasser, Energie) und wo möglich, Wechsel zu erneuerbaren Energien
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Besserer Zugang zu Gesundheitsversorgung durch F&E, differenzierte Preisbildung, Patentschutz, Kooperationen etc.
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Achtung und Förderung der Menschenrechte entlang der gesamten Wertschöpfungskette, inkl. Verbot der Kinderarbeit
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Schutz des geistigen Eigentums bei gleichzeitigem Zugang zu Produkten und Innovationen
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Beitrag zur nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion, -versorgung und -verfügbarkeit
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Klimaschutz durch Emissionsminderung und Anpassung
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Gesellschaftliche Investitionen und Ehrenamtsprogramme
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Bekenntnis zum Tierschutz als Teil des wissenschaftlichen F&E-Prozesses, wo immer möglich Reduzierung des Einsatzes von Tieren
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Sicherstellung einer soliden Verteilung kultureller Vielfalt unter den Mitarbeitern in Bezug auf Geschlecht, ethnische Herkunft, und anderen Indikatoren
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Arbeitsschutz, Verfahrens-, Anlagen- und Transportsicherheit
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Förderung fairer und konstruktiver Beziehungen, Einwirken auf ein nachhaltiges Verhalten in der Lieferkette, einschl. ESG-Performance und Einhaltung der Menschenrechte
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Verringerung der Umweltauswirkungen von Produkten und Prozessen auf Wasser, Luft und Boden; Förderung der Biodiversität