geprüft 2011
Leistungsbericht

Innovationen und Produktverantwortung

Innovationen sind der Schlüssel zur Bewältigung der globalen Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung. Durch neuartige Lösungen in den Feldern Gesundheit, Ernährung und Klima erschließen wir uns neue Wachstumsfelder und sichern so die Zukunftsfähigkeit von Bayer. Bei all unseren Produkten haben die Gesundheit und Sicherheit der Anwender sowie der Schutz der Umwelt höchste Priorität.
Gefahr für die Lunge Bluthochdruck in der Lunge (pulmonale Hypertonie) kann lebensbedrohliche Folgen haben. Die Bayer-Forscher Prof. Dr. Johannes-Peter Stasch, Dr. Stephan Vettel und Dr. Dieter Neuser (v. re.) arbeiten an neuen innovativen Therapien.
Nachhaltigkeit ist bei Bayer direkt verknüpft mit Innovationskraft. Denn nur nachhaltige Innovationen garantieren wirtschaftlichen Erfolg und eine zukunftsfähige Gesellschaft. Unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten passen wir stetig an heutige und zukünftige Marktbedürfnisse an. Wir erweitern kontinuierlich unser Produktportfolio und optimieren unsere Produktionsprozesse. Dies bedeutet für uns einen wichtigen Wettbewerbsvorteil: Durch innovative Produkte und exzellente Forschung und Technologie heben wir uns auf dem Weltmarkt von unseren Wettbewerbern ab. Sicherheit und Verträglichkeit unserer Produkte und der Schutz der Umwelt stehen dabei stets im Vordergrund. Die Steuerung der Produktinnovationen erfolgt in den Teilkonzernen. Damit gewährleisten wir eine geschäftsnahe Umsetzung der Forschungsaktivitäten gemäß den jeweiligen Markterfordernissen. Die Teilkonzerne werden unterstützt durch unsere Servicegesellschaften Bayer Technology Services als technologisches Kompetenzzentrum für Prozesse und Anlagen sowie Bayer Business Services und Currenta.

Ziele 2015

Forschung & Entwicklung

  • Erhalt oder Erhöhung der F & E-Ausgaben in Relation zum Umsatz

Produktverantwortung

  • Roll-out der „Global Product Strategy“ in weitere zehn Länder mit verschiedenen Landessprachen

Forschung und Entwicklung

Das Erfinder-Unternehmen Bayer setzt auf Forschung und Entwicklung.  Im Jahr 2011 wurden über 2,9 MRD € für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Dies entspricht einer Forschungsquote von 8,0 % (Vorjahr: 8,7 %) bezogen auf den Umsatz. Im Jahr 2011 entfielen von den gesamten Forschungsaufwendungen des Konzerns 66,4 % auf Bayer HealthCare, 24,7 % auf Bayer CropScience und 8,1 % auf Bayer MaterialScience. Weltweit arbeiten 13.300 Mitarbeiter in den Forschungs- und Entwicklungsbereichen.
7 Forschungs- und Entwicklungskosten* (in Mio. Euro)
20072008200920102011
Gesamt2.5782.6532.7463.0532.932
davon Bayer HealthCare1.7001.7421.8472.0661.948
davon Bayer CropScience637649653722723
davon Bayer MaterialScience**209221207231237
davon Überleitung***3241393424

* Vorjahreswerte 2007–2010 wie zuletzt berichtet

** Nicht enthalten: F&E in Kooperation mit Kunden

*** Den Teilkonzernen nicht direkt zugeordnet, im Wesentlichen Aufwendungen der Servicegesellschaften

Die Arzneimittelentwicklungs-Pipeline von Bayer HealthCare ist gut gefüllt. 43 innovative Projekte befanden sich mit Stand Februar 2012 in den klinischen Erprobungsphasen I bis III. Auch Bayer CropScience setzt auf Wachstum durch Innovationen. Zwischen 2012 und 2015 sollen vier neue Pflanzenschutzprodukte auf den Markt gebracht werden. Zukünftiges Wachstum wird ebenfalls im Bereich BioScience durch die Einführung neuer Sorten und Pflanzeneigenschaften unterstützt. Insgesamt sind bei Bayer MaterialScience rund um den Globus mehr als 1.400 Mitarbeiter auf dem Gebiet Innovation tätig. Im Jahr 2011 investierte Bayer MaterialScience 237 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung, das sind mehr als zwei Prozent des Gesamtumsatzes – Ausgaben, die sich lohnen: 256 Patente wurden allein 2011 angemeldet.

Exzellenz im Netzwerk

Die Komplexität der globalen Herausforderungen erfordert eine integrierte Betrachtung und die Bündelung unterschiedlicher Kompetenzen von internem und externem Know-how, um neue Geschäftsideen zügig in Produkterfolge umzusetzen. Die weltweite Vernetzung mit der Wissenschaft und verschiedenen Partnern entlang der Wertschöpfungskette ist für Bayer ein wichtiger Baustein für erfolgreiche Forschungsaktivitäten. Gemeinsame Forschungsvorhaben, die dem „Open Innovation“-Ansatz folgen, sind fester Bestandteil unserer Innovationsstrategie. Wir setzen dazu auch auf ein internationales Netzwerk mit führenden Hochschulen, öffentlichen Forschungseinrichtungen und Partnerfirmen. Dieses Netzwerk bauen wir kontinuierlich weiter aus, u. a. durch Innovationszentren („Science Hubs“) in Wachstumsregionen wie z. B. Asien. Derartige Forschungsverbünde werden zum Teil durch öffentliche Fördermittel unterstützt. Hierdurch wird die unternehmerische Entscheidung für zukunftsweisende, risikoreiche Forschung erleichtert. Insgesamt beteiligte Bayer sich 2011 europaweit an rund 114 Projekten und erhielt dafür rund 18 MIO € an öffentlichen Zuschüssen. Dies entspricht etwa 0,6 % der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen. Einen Überblick über die weltweiten Forschungsaktivitäten bietet unser Geschäftsbericht 2011.
Durch verschiedene Maßnahmen sorgen wir auch intern für eine lebendige und offene Innovationskultur. So fördert der „Expert Club“ unter Leitung unseres Forschungsvorstands den teilkonzernübergreifenden Austausch der Wissenschaftsexperten. Bei regelmäßigen Meetings diskutieren bis zu 100 Teilnehmer aktuelle Forschungsfragen und Best-Practice-Beispiele aus den Fachbereichen. Die Initiative „Expert Career“ bietet führenden Mitarbeitern aus Forschung & Entwicklung gezielte Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung. Mit der globalen Mitarbeiter-Initiative „Triple-i“ [ 66 ] (Inspiration, Ideen, Innovation) motivieren wir alle Mitarbeiter, länderübergreifend eigene Geschäftsideen aktiv einzubringen und zu Innovationen bei Bayer beizutragen. Insgesamt wurden seit 2006 rund 13.000 Ideen eingereicht.
Über das betriebliche Vorschlagswesen des Bayer-Konzerns, den Bayer-Ideen-Pool [ 67 ], werden innovative Vorschläge vor allem zu Verfahrensverbesserungen eingereicht.

Innovationstreiber Bio- und Nanotechnologie

Eine zukunftsfähige pharmazeutische und pflanzentechnologische Forschung und Produktion ist ohne den Einsatz von Biotechnologie nur schwer denkbar. Pflanzenbiotechnologie kann helfen, mit gentechnischen und modernen nicht gentechnischen Methoden den Ertrag und die Stressresistenz von Pflanzen zu erhöhen. Dies ermöglicht eine höhere Effizienz und Ertragssicherheit in der landwirtschaftlichen Produktion, ohne den Ressourceneinsatz steigern zu müssen. Auch in der pharmazeutischen Forschung und Produktion hat die Biotechnologie in den vergangenen Jahren immer größere Bedeutung erlangt.
Zwei unserer umsatzstärksten Produkte, das Multiple-Sklerose-Medikament Betaferon™/Betaseron™ und Kogenate™, ein Medikament zur Behandlung der Bluterkrankheit, stellen wir in biotechnologischen Verfahren her. Dabei werden bakterielle Fermentation, Hefefermentation und Säugetier-Zellkulturen als Prozesstechnologien eingesetzt. Den gemeinsam mit unserem Partner Regeneron entwickelten Wirkstoff VEGF Trap-Eye zur Behandlung der feuchten altersbedingten Makula-Degeneration stellen wir ebenfalls durch ein biotechnologisches Verfahren her. Seit einigen Jahren hat Bayer seine Aktivitäten im Bereich der Biologika-Forschung kontinuierlich ausgebaut und dazu auch seine Produktionskapazitäten für neue Biologika erweitert, um ausreichend Material für erforderliche klinische Studien herzustellen. In Wuppertal wurde 2011 der Rohbau des Technikums Zellbiologie fertiggestellt, der Innenausbau mit Laboren und Produktionsanlagen erfolgt im September 2012. Das Investitionsvolumen umfasst insgesamt 35 MIO €.
Neue Technologien erfordern stets ein transparentes Handeln und eine strenge Risikovorsorge. Beim Einsatz von Biotechnologie hat Sicherheit für uns höchste Priorität. Bayer setzt sich mit den Bedenken von Verbrauchern gegenüber gentechnisch veränderten Organismen auseinander, die Gesundheitsrisiken für den Menschen und negative Auswirkungen auf die indigene Pflanzen- und Tierwelt durch gentechnisch veränderte Organismen befürchten. Wir respektieren ausdrücklich den Wunsch der Verbraucher nach Information und freier Kaufentscheidung. Über die Beachtung aller einschlägigen Rechtsvorschriften hinaus haben wir eine eigene „Position zum verantwortungsvollen Umgang mit der Gentechnik“ [ 68 ], zur „Pflanzenbiotechnologie für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Landwirtschaft“ sowie spezifische Regelungen der Teilkonzerne und Servicegesellschaften formuliert. Vor der Marktreife prüfen wir jedes Produkt im Rahmen strenger Zulassungsverfahren auf seine Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt. Gemäß unserer neuen Konzern-Position „Responsible Marketing & Sales“ [ 69 ] (siehe auch Kapitel „Unternehmensführung“) und der Direktive zu „Integrity & Responsibility in Communications and Marketing“ [ 70 ] informieren wir unsere Stakeholder umfassend, transparent und verlässlich über unsere Produkte und Dienstleistungen.
Bayer CropScience setzte 2011 sein Engagement innerhalb des „Excellence Through Stewardship“-Programms fort, einer Eigeninitiative der Industrie zu Produktverantwortung und Qualitätsmanagement-Prozessen im Zusammenhang mit der Pflanzenbiotechnologie. Als Mitglied der Biotechnologie-Industrieorganisation (BIO) [ 71 ] arbeitet Bayer CropScience daran, im Einklang mit der BIO-„Product Launch Policy“ das Risiko möglicher Handelsunterbrechungen zu minimieren. Diese können beim kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen durch weltweit unterschiedliche Zulassungssysteme entstehen. Bayer HealthCare hat seine strengen Sicherheitsmaßnahmen für die Produktion in der Direktive zur „Biologischen Sicherheit“ und der Verfahrensanweisung „Vorgehensweise zum sicheren Umgang mit biologischen Stoffen“ festgelegt.
Neben der Biotechnologie gilt die Nanotechnologie als Innovationsmotor des 21. Jahrhunderts. Sie bietet als Querschnittstechnologie hohes Innovationspotenzial für unterschiedliche Branchen und Anwendungsformen. Sie ermöglicht es uns, neue Materialien und Bauteile mit verbesserten Eigenschaften, Funktionen und Leistungen zu entwickeln, für die viele Anwendungen denkbar sind. Da es sich um eine relativ neue Technologie handelt, ist eine fundierte wissenschaftliche Risikoanalyse der hergestellten Nanomaterialien besonders wichtig, die den Schutz von Mensch und Umwelt in den Mittelpunkt stellt. Unsere Grundsätze beim Umgang mit dieser Technologie sind in der konzernweiten „Bayer-Position zur Nanotechnologie“ [ 75 ] gebündelt.

Patente: weltweiter Schutz von geistigem Eigentum

Ein Erfinder-Unternehmen wie Bayer lebt von einem zuverlässigen weltweiten Schutz seines geistigen Eigentums. Ende 2011 gab es bei Bayer weltweit 77.000 gültige Patentanmeldungen und Patente sowie 12.000 geschützte Erfindungen. Finanzielle Mittel für wichtige Innovationen müssen langfristig und zuverlässig aufgebracht werden können. Die Laufzeit eines Patents beträgt im Allgemeinen 20 Jahre. Die Entwicklung eines neuen Medikaments dauert im Durchschnitt zwölf Jahre, damit bleiben in der Regel acht Jahre Patentschutz für ein Medikament nach seiner Zulassung. Ohne Patentschutz gibt es keine Möglichkeit, die erheblichen Kosten zu decken, die bei der Suche nach neuen Lösungen entstehen. Die laufenden Forschungskosten betragen 2 % des gesamten jährlichen Forschungs- und Entwicklungsaufwand von Bayer. Geschützte Produkte und Technologien machen in jedem unserer drei Teilkonzerne rund 40 % des Umsatzes aus. Wir setzen uns deshalb weltweit für den Patentschutz und den Schutz unseres geistigen Eigentums ein.
Um die Entwicklung der gewerblichen Schutz- und Urheberrechte in China zu unterstützen, fördert Bayer einen Lehrstuhl für gewerblichen Rechtsschutz („IPR Chair“) an der Tongji-Universität in Shanghai sowie ein jährliches IPR-Forum zu aktuellen Fragen des Schutzes geistigen Eigentums.

News

Patentstreit um Nexavar in Indien

Die indische Patentbehörde hat dem indischen Generika-Hersteller Natco im März 2012 eine Zwangslizenz für das Bayer-Krebsmedikament Nexavar™ erteilt. Bayer hält die Voraussetzungen für die Erteilung einer Zwangslizenz für nicht gegeben und wird gegen den Beschluss der Patentbehörde Beschwerde einlegen, um seine Patentrechte zu verteidigen. Unbestritten steht das indische Gesundheitssystem vor besonderen Herausforderungen hinsichtlich der medizinischen Versorgung seiner Bevölkerung. Diese haben jedoch kaum mit der Patentierung von Pharma-Produkten zu tun, denn keines der Arzneimittel auf der indischen Liste der unentbehrlichen Arzneimittel ist patentiert.

Daher können allein mit der Erteilung von Zwangslizenzen die Probleme des indischen Gesundheitssystems nicht gelöst werden. Stattdessen wird das internationale Patentsystem beschädigt und damit die pharmazeutische Forschung langfristig gefährdet. Denn nur über Patentrechte können die Investitionen in Forschung und Entwicklung innovativer Arzneimittel, aber auch künftiger Therapien erwirtschaftet werden.

Stattdessen sollte der Fokus stärker darauf liegen, wie Patienten direkt der Zugang zu innovativen Arzneimitteln ermöglicht werden kann. So bietet Bayer seit Einführung von Nexavar™ in Indien ein Patientenhilfsprogramm an, das regelmäßig ausgeweitet wird. Dabei wird bedürftigen Patienten Nexavar™ derzeit zu etwa 10 % des Apothekenpreises zur Verfügung gestellt. Die Patienten werden auf der Basis ihres therapeutischen Ansprechverhaltens auf das Medikament und basierend auf ihrer finanziellen Situation von ihren behandelnden Ärzten empfohlen.

Produktverantwortung bei Bayer

Eine umfassende Bewertung der Gesundheits- und Umweltrisiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Produkts ist ein Kernbereich unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Diese reicht von der Forschung und Entwicklung über Produktion, Vermarktung und Anwendung beim Kunden bis hin zur Entsorgung. Die sichere Handhabung und Anwendung unserer Produkte steht im Fokus unserer Aktivitäten, zu denen auch eine transparente Kommunikation und Vermittlung unserer Produktsicherheitsinformationen zählen. Unser nachhaltiges Handeln umfasst die Einhaltung gesetzlicher Regelungen ebenso wie das freiwillige Engagement. Dabei berücksichtigen wir auch das Vorsorgeprinzip [ 72 ] nach Definition der Vereinten Nationen und der EU-Kommission.
2006 wurde auf der Internationalen UN-Konferenz zum Chemikalien-Management (SAICM) [ 73 ] vereinbart, bis zum Jahre 2020 negative Wirkungen von Chemikalien auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt auf das geringstmögliche Maß zu mindern. Die chemische Industrie verpflichtete sich freiwillig, diesen Prozess zu unterstützen. Ein wichtiger Bestandteil dieser Aktivitäten ist unsere Unterstützung der „Global Product Strategy (GPS)“ [ 74 ], die den sicheren Umgang mit chemischen Produkten zum Ziel hat. Unser Engagement hat Tradition: Seit 1994 bekennen wir uns zu der freiwilligen „Responsible Care®“ [ 76 ]-Initiative der chemischen Industrie, die mit der „Global Charter Responsible Care“ [ 77 ] 2006 auf eine weltweite Basis gestellt worden ist.
Seit 2007 arbeiten wir nach Maßgabe der neuen europäischen Chemikalienverordnung REACH [ 78 ] („Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals“). Parallel dazu setzen wir das 2009 in der EU in Kraft getretene „Globally Harmonized System (GHS)“ [ 79 ] zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien um.
Darüber hinaus beteiligen wir uns in Verbänden und politischen Initiativen an der Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Risikobewertung. Nähere Informationen zu unserem internationalen Engagement für Produktsicherheit [ 80 ] haben wir im Internet zusammengestellt.
Unsere Aktivitäten in den Bereichen Verfahrens-, Anlagen-, Arbeits- und Transportsicherheit finden Sie in den Kapiteln „Mitarbeiter“ und „Ökologie“.

Umsetzung unserer Verpflichtungen

Die europäische Chemikalienverordnung REACH gilt unabhängig von der Vermarktung für alle Stoffe, die wir in einer Menge von über einer Tonne produzieren oder importieren. Alle Aktivitäten von Bayer als Hersteller, Importeur und Anwender sind davon betroffen. Um mit der Fülle und Komplexität der REACH-Verordnung angemessen umzugehen, haben wir konzernweite und teilkonzernspezifische Richtlinien formuliert. Die erste Registrierphase für die Stoffe, die wir mit mehr als 1.000 Tonnen jährlich produzieren, importieren oder die besonders gefährlich sind, konnten wir 2010 fristgerecht abschließen. Im Jahr 2011 haben wir mit den Dossiers für die zweite Registrierphase begonnen. Alle Stoffe, die wir mit mehr als 100 Tonnen jährlich produzieren oder importieren, müssen demnach bis zum 1. Juni 2013 registriert werden. REACH beinhaltet außerdem ein Zulassungsverfahren, das zum Ersatz oder Verbot gefährlicher Stoffe führen kann. Von diesem 2011 gestarteten Zulassungsverfahren ist Bayer bisher nicht betroffen. Die Stoffe der ersten Registrierphase werden jetzt einer Bewertung durch die Behörden unterzogen. Daraus können zukünftig beispielsweise zusätzliche Prüfanforderungen, neue Risikomanagementmaßnahmen oder die Aufnahme in das Zulassungsverfahren resultieren. Darüber hinaus werden jedes Jahr von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) REACH-Inspektionen organisiert. Durchgeführt werden sie von den jeweiligen Landesbehörden (z. B. Gewerbeaufsichtsämter). 2011 fanden REACH-Inspektionen an zwei Bayer-HealthCare-Standorten statt, die zu keinen Beanstandungen führten. Da Bayer als Anwender auch Produkte anderer Hersteller einsetzt, stehen wir im engen Kontakt zu unseren Lieferanten und lassen uns die REACH-Konformität ihrer Produkte bestätigen.
Nach der REACH-Verordnung ist die GHS-Verordnung die zweite große Änderung im europäischen Chemikalienrecht der vergangenen Jahre. Ziel ist es, ein weltweit einheitliches System zur Einstufung von Chemikalien sowie deren Kennzeichnung auf Verpackungen und in Sicherheitsdatenblättern umzusetzen. Alle in der EU vermarkteten und in den Verkehr gebrachten, nach GHS einzustufenden Stoffe müssen in das Inventar der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) gemeldet werden. Wir haben 2010 fristgerecht mehr als 1.000 Stoffe gemeldet, die zu diesem Zeitpunkt von uns vermarktet wurden. Alle neuen Stoffe werden seither im Rahmen der normalen Prozesse notifiziert. Parallel zu den Veränderungen in Europa verfolgen wir die Veränderungen bei den Vorgaben in den Ländern der Handelspartner und stellen auch dort entsprechende Sicherheitsdatenblätter und Etiketten zur Verfügung.
Die „Global Product Strategy“ (GPS) ist eine freiwillige Selbstverpflichtung der chemischen Industrie. Auf Initiative des Weltchemieverbands ICCA soll sie das Wissen über chemische Produkte, vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern, verbessern und damit die Sicherheit beim Umgang mit diesen Produkten erhöhen. Der ICCA hat ein Informationsportal eingerichtet, auf dem zusammengefasste Informationen zu Produkten, die sogenannten „GPS Safety Summaries“, bereitgestellt werden. Bayer hat 2011 damit begonnen, Product Safety Summaries [ 81 ] in das Informationsportal einzustellen. Die „Global Product Strategy“ hat für uns einen hohen Stellenwert, wobei das Hauptaugenmerk auf den Aktivitäten bei Bayer MaterialScience liegt.  Konkretes Ziel für das Jahr 2015 ist es, die GPS in weiteren zehn Ländern über unsere BayCare-Plattform auszurollen.

Konzernweite Erfassung von Produktdaten

Die Umsetzung von REACH und GHS sowie der „Global Product Strategy“ und der „Responsible Care Global Charter“ sind eng miteinander verzahnt. Konzernweite Arbeitsgruppen koordinieren die Umsetzung bei Bayer. Alle Teilkonzerne erfassen Produktinformationen, ob für Rohstoffe, Zwischen- oder Endprodukte, um den jeweiligen Produktsicherheits- und Informationspflichten nachzukommen. Die Erfassung wird im Fall neuer gesetzlicher Anforderungen entsprechend aktualisiert. Alle wesentlichen Elemente der „Responsible Care Global Charter“ decken wir durch unsere HSEQ-Managementsysteme und -Aktivitäten ab. Mehr dazu im Online-Bericht [ 82 ].

Tierschutz als wichtiges Ziel

Als forschendes Unternehmen untersuchen wir die Auswirkungen unserer Produkte auf Mensch, Natur und Umwelt. Tierversuche sind dabei zu diesem Zweck gesetzlich vorgeschrieben und auch wissenschaftlich notwendig. In der Forschung nach neuen Arzneimittelwirkstoffen sind Tierversuche nur teilweise ersetzbar. In unserem Umgang mit Tieren respektieren wir alle rechtlichen Anforderungen des Tierschutzes. Sollten zur Bewertung unserer innovativen Substanzen Tierversuche notwendig sein, folgt Bayer den sogenannten 3R (Replace, Reduce, Refine)-Prinzipien: Tierversuche sollen nach Möglichkeit durch Alternativmethoden ersetzt werden. Zunächst fragen wir uns, ob es eine anerkannte tierversuchsfreie Methode gibt. Gibt es keine alternative Methode, werden nur so viele Tiere eingesetzt, wie nötig sind, um auf Basis der gesetzlichen Vorgaben zu wissenschaftlich aussagekräftigen Ergebnissen zu gelangen. Bei Tierversuchen achten wir darauf, dass diese so schonend wie möglich vorgenommen werden. Diese Prinzipien gelten auch für die von uns beauftragten Forschungsinstitute sowie unsere Lieferanten, die wir regelmäßig auf die Einhaltung des Tierschutzes überprüfen. Aktuelle Zahlen und weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zu Tierschutz und Tierversuchen [ 84 ] im Internet.
Das 2010 eingerichtete „Global Animal Welfare Committee“ überwacht die Einhaltung unserer Grundsätze zu Tierschutz und Tierversuchen im Konzern und bei externen Studien. Dazu hat das Committee, das sich aus den Tierschutzbeauftragten unserer Forschungsstandorte und weiteren Bayer-Experten zusammensetzt, im Jahr 2011 mit der Definition von Key-Performance-Indikatoren begonnen. Mit ihnen wollen wir unser Engagement für den Tierschutz messbar darstellen. Zusätzlich ist der Aufbau einer internen Datenbank geplant, in der wir alle Informationen über unsere Kooperationspartner weltweit aufnehmen und für das gesamte Unternehmen abrufbar machen. Bayer HealthCare beteiligt sich an mehreren europäischen Konsortien, die die Reduzierung von Tierversuchen oder eine verbesserte Aussagekraft von Tierversuchen zum Ziel haben: Wir engagieren uns u. a. in der „Europäischen Partnerschaft für alternative Ansätze zu Tierversuchen (EPAA) [ 87 ] und sind an der Leitung des „ETOX“-Projekts und im „MARCAR“-Projekt der Innovative Medicines Initiatives (IMI) beteiligt. Wir unterstützen außerdem die Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen (SET) [ 90 ].

Der Schutz vor gefälschten Produkten

Bayer engagiert sich im Kampf gegen den illegalen Handel mit gefälschten Medikamenten und Pflanzenschutzprodukten. Diese bergen aufgrund mangelhafter Eigenschaften, wie etwa deren unkontrollierter Zusammensetzung, erhebliche Risiken für Mensch und Umwelt. In enger Zusammenarbeit mit Behörden arbeitet Bayer aktiv daran, mögliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Patienten, Kunden und Anwendern zu minimieren. Im Fokus stehen dabei Aufklärung und Information sowie rechtliche Maßnahmen zur Minimierung des illegalen Handels und zur sicheren Identifizierung unserer Originalprodukte.
Auf der Internet-Plattform „Vorsicht Fälschung“ [ 83 ] informiert Bayer HealthCare über die mit Arzneimittelfälschungen verbundenen Risiken und gibt wichtige Hinweise, wie sich Patienten schützen können. Die Seite wird kontinuierlich aktualisiert und weltweit ausgebaut. Mit der Bereitstellung umfangreicher Ressourcen unterstützt Bayer HealthCare außerdem den Aufbau eines paneuropäischen Systems zur Verifizierung von Arzneimittelpackungen entsprechend des Vorschlags der EFPIA [ 85 ] (European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations) sowie dessen Umsetzung in Deutschland im Rahmen des Projekts „SecurPharm“ [ 86 ]. Um die entsprechenden Systeme weltweit umzusetzen, wurden bereits Investitionen in erheblichem Umfang vorgenommen.
Im Pflanzenschutzbereich liegt die Quote gefälschter Produkte bei etwa 5 - 7 %. Bayer CropScience bekämpft daher illegale Pflanzenschutzmittel sowohl mithilfe seines „Product Defense”-Netzwerks als auch durch Unterstützung regionaler und globaler Verbandsgremien, wie z. B. die „Anti Counterfeiting Expert Group der European Crop Protection Association (ECPA)[ 88 ] und das „Anti-Counterfeiting Steering Committee“ von CropLife International (CLI) [ 89 ]. Unser „Product Defense Team“ arbeitet intensiv mit nationalen und internationalen Behörden zusammen, dadurch kommt es in einer Reihe von Ländern immer wieder zu einer Vielzahl von Beschlagnahmungen gefälschter Mittel und Strafverfolgung der Fälscher. Im Rahmen der „Know Your Customer“-Kampagne von CLI führt CropScience seit 2010 eine Initiative, um gemeinsam mit Reedereien u. a. durch genauere Fracht- und Kundenprüfung den Transport von Fälschungen zu verhindern.
Bayer CropScience engagiert sich außerdem für eine Verstärkung der bereits bestehenden Gesetzgebung, aber auch für die Erweiterung von Gesetzen und Bestimmungen, die sich mit der Erkennung und Beschlagnahmung von illegalen Pflanzenschutzmitteln beschäftigen.
Das Unternehmen unterstützt hierzu Initiativen der ECPA und CLI zur Information und Schulung von Händlern, Bauern und Behörden mit Anti-Fälschungs-Trainingsmaterial (Handbücher, Workshops).
Bayer CropScience hat 2011 begonnen, die generischen Industrie-Verpackungen durch die von der Abteilung „Verpackungstechnologie“ entwickelten Bayer-spezifischen, fälschungssichereren Verpackungen zu ersetzen. Außerdem wurde im Berichtsjahr die Kommunikation über potenzielle Risiken und Gefahren von illegalen Pflanzenschutzmitteln in den Medien weiter intensiviert.

Innovationen für die Gesundheit – Bayer HealthCare

Bayer HealthCare ist ein global forschendes Gesundheitsunternehmen und entwickelt Produkte in den vier Bereichen Pharmaceuticals, Consumer Care, Medical Care und Tiergesundheit. Zwei Drittel der F&E-Aufwendungen von Bayer werden hier investiert. Drei aktuelle Beispiele unserer Innovationen finden sich unten im Kasten. Wir verfolgen in der Forschung eine langfristige Strategie, indem wir Therapie-Optionen für bisher nicht erfüllte medizinische Bedürfnisse entwickeln. Um einen zusätzlichen Mehrwert für Ärzte und Patienten zu schaffen, wollen wir in Zukunft auch über das einzelne Produkt hinausdenken und vermehrt integrierte Lösungen aus Produkten und Dienstleistungen entwickeln. Ein solches Angebot könnte z. B. von der Vorbeugung über die Diagnose und Behandlung bis zur Sekundärprävention bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen reichen.
Wir wollen unser weltweites Netzwerk zur Ergänzung unserer Forschungsinfrastruktur und Sicherung unserer Produkt-Pipeline weiter mit externen Forschungspartnern aus Wissenschaft und Industrie verstärken.

News

Kooperation zur Behandlung der Herzmuskelschwäche

Die Bayer-Forscher Diana Dutcher und Mark Hilse (v. re.) am Modell von Gefäßen des Herz-Kreislauf-SystemsBild vergrößern
Die Bayer-Forscher Diana Dutcher und Mark Hilse (v. re.) am Modell von Gefäßen des Herz-Kreislauf-Systems
Neue Methoden zur Früherkennung und ursächlichen Behandlung der Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) stehen im Mittelpunkt einer neuen Partnerschaft zwischen Bayer HealthCare Pharmaceuticals und dem Ludwig Boltzmann Institut für Translationale Herzinsuffizienzforschung in Graz (Österreich). 23 Millionen Menschen leiden weltweit unter dieser Krankheit, die mit einer Sterblichkeitsrate von über 50 % innerhalb von fünf Jahren viele Krebserkrankungen übertrifft. Die Kooperation ergänzt die Forschungsaktivitäten von Bayer auf dem Gebiet der Kardiologie in idealer Weise. Die fokussierte Zusammenarbeit von Grundlagenforschern, anwendungsorientierten Wissenschaftlern und erfahrenen Herzspezialisten ermöglicht eine international wettbewerbsfähige Forschung, bei der die Verbersserung der medizinischen Versorgung und der Lebensqualität der Patienten im Mittelpunkt steht.
Bei der Entwicklung unserer Produkte bekennen wir uns zu einem verantwortungsbewussten Einsatz innovativer Technologien. Ein Teil der „Produkt-Pipeline-Kandidaten“ wird zur Behandlung von schweren und zugleich sehr seltenen Krankheiten entwickelt, den sogenannten „Orphan Diseases“. Der Wirkstoff Regorafenib hat von der amerikanischen Zulassungsbehörde „Food and Drug Administration (FDA)“ [ 91 ] einen sogenannten „Orphan Drug“-Status für die Behandlung von Patienten mit gastrointestinalen Stroma-Tumoren (GIST) erhalten. Substanzen qualifizieren sich in den USA für einen „Orphan Drug“-Status, wenn sie zur Diagnose, Behandlung oder Prävention einer Krankheit mit weniger als 200.000 Betroffenen im Land beitragen.
Die Fortschritte auf dem Gebiet der biomedizinischen Forschung eröffnen uns völlig neue Möglichkeiten. Zugleich werfen sie aber auch Fragen nach dem verantwortungsbewussten Umgang mit neuen Technologien auf. Das betrifft etwa die Pharmakogenetik, die Stammzellenforschung und die regenerative Medizin. Wir greifen Bedenken und Anregungen auf und verpflichten uns zu ethischen Handlungsweisen. Stammzellen zählen zu den Hoffnungsträgern der Medizin, weil sie sich in verschiedene Zell- und Gewebetypen umwandeln können. Bayer HealthCare führt gegenwärtig keine Forschungsprojekte mit embryonalen Stammzellen durch und hat dies auch in der Vergangenheit nicht getan. Wir sind allerdings weiterhin davon überzeugt, dass die Forschung – insbesondere mit adulten Stammzellen – auf dem Gebiet der regenerativen Medizin gefördert werden sollte. Wissenschaftliche Entdeckungen in diesem Bereich können zu neuen Therapielösungen für schwerwiegende und lebensbedrohende Krankheiten führen.

Nachhaltige Innovationen bei Bayer HealthCare

Zur Entwicklung neuer Wirkstoffe für Erkrankungen mit hohem medizinischem Bedarf haben wir im Verlauf des Jahres 2011 mit mehreren Arzneimittelkandidaten aus unserer Forschungs- und Entwicklungspipeline klinische Studien durchgeführt. Bei der Wirkstofffindung konzentrieren wir uns auf die Bereiche Kardiologie und Onkologie sowie auf gynäkologische Therapien und Hämatologie. Hinzu kommen entzündliche Vorgänge und Augenheilkunde.

 

  • So könnte im Bereich der Kardiologie ein oraler Gerinnungshemmer dazu beitragen, das Risiko von Schlaganfällen und Embolien zu verringern. Zusätzlich zur Schlaganfallprophylaxe bei Erwachsenen mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern, kann der Wirkstoff darüber hinaus zur Prophylaxe von venösen Thromboembolien nach Hüft- oder Kniegelenkersatz-Operationen oder zur Behandlung der tiefen Venenthrombose angewendet werden.
  • Im Bereich der Onkologie befindet sich ein neuartiger oraler Wirkstoff in der klinischen Entwicklung, der zur Behandlung von metastasierten kolorektalen Karzinomen (MCRC) und gastrointestinalen Stroma-Tumoren (GIST) eingesetzt werden könnte.
  • Gemeinsam mit einem Kooperationspartner arbeiten wir im Bereich der Augenheilkunde an der Entwicklung eines Wirkstoffs zur Behandlung der feuchten altersbedingten Makula-Degeneration. Diese Augenerkrankung gehört zu den häufigsten Ursachen für die irreversible Verminderung der Sehkraft älterer Menschen.

Weitere Informationen zu unseren vielversprechendsten Entwicklungskandidaten entnehmen Sie bitte unserem Geschäftsbericht 2011.

Hohe Anforderungen an die Sicherheit bei Arzneimitteln und Medizinprodukten

Über den gesamten Lebenszyklus hinweg bewertet Bayer HealthCare kontinuierlich das medizinische Nutzen-Risiko-Verhältnis aller seiner Arzneimittel und Medizinprodukte. Im Rahmen des Sicherheitsrisiko-Managementprozesses des Teilkonzerns bilden Experten verschiedener Disziplinen funktionsübergreifende Sicherheitsmanagement-Teams (SMTS). Diese Teams bewerten gemeinsam die für das Produkt verfügbaren Daten sowie andere relevante Informationen, um mögliche Sicherheitsrisiken frühzeitig zu erkennen. Dabei werden auch externe Datenbanken ausgewertet, um die verfügbaren Daten auf eine möglichst breite Basis zu stellen. Dadurch lassen sich vorhandene Risiken und deren Eigenschaften noch zuverlässiger ermitteln und verstehen. Sollten bedeutsame Risiken festgestellt werden, ergreift HealthCare umgehend risikominimierende Maßnahmen, wie z. B. die Aktualisierung der Produktinformation für Patienten und Ärzte. Weitere Instrumente sind gezielte Informationen wie z. B. Patienten-Informationsbroschüren oder Patienten-Warnkarten sowie Trainingsmaßnahmen für Ärzte und Patienten. SMTS erfassen alle Informationen und erstellen detaillierte Sicherheitsrisiko-Managementpläne. Diese sind als „lebendige“ Dokumente zu verstehen, die, sobald relevante neue Sicherheitsdaten verfügbar sind, umgehend aktualisiert werden.
Die Globale Arzneimittelsicherheit („Global Pharmacovigilance“) von Bayer HealthCare, die auch die funktionsübergreifenden SMTS leitet, führt beständig alle sicherheitsrelevanten Informationen für unsere Produkte zusammen. Die Informationen werden fortlaufend von Experten aktualisiert und bewertet. Bayer arbeitet eng mit den zuständigen Zulassungs- und Überwachungsbehörden auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene zusammen. Dazu zählen u. a. die amerikanische Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA), die europäische Arzneimittelagentur „European Medicines Agency (EMA) [ 93 ]“ und das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) [ 94 ].
Auch die Bayer-HealthCare-Qualitätsprozesse stellen einen wesentlichen Beitrag zu mehr Sicherheit dar. Sie beschreiben teilkonzernweite Maßnahmen, wie wir externe und interne Anforderungen zur Qualitätssicherung bei unseren Produkten permanent und kontinuierlich einhalten. Durch systematische interne Inspektionen wird die Einhaltung der technischen „Compliance“-Standards überprüft, sowohl für Forschung & Entwicklung als auch für die Produktion. Diese Inspektionen schließen auch Auftragsinstitute und Lieferanten ein. Mithilfe eines Sicherheitsrisiko-Managementsystems werden Arzneimittelrisiken systematisch identifiziert, bewertet und erforderliche Maßnahmen eingeleitet. Länder und Regionen erhalten kontinuierlich Unterstützung bei der Einhaltung der „Compliance“ im Arzneimittelbereich. Die Ergebnisse unserer Risikomanagementprozesse und die daraus abgeleiteten Aktivitäten tragen zur Sicherheit unserer Patienten und zum korrekten Umgang mit unseren Produkten bei, wodurch ein optimales medizinisches Nutzen-Risiko-Verhältnis erreicht wird.
Mit seiner „Good Publication Policy“ bekennt sich der Teilkonzern zu anerkannten internationalen Standards bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Bei allen klinischen Studien orientieren wir uns an den „Good Clinical Practices“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie den Vorgaben der „International Conference on Harmonization“ (ICH). Aufbau und Ergebnisse von klinischen Studien legen wir transparent offen. Eine Übersicht über laufende klinische Studien [ 92 ] veröffentlichen wir im Internet.

Besondere Herausforderungen durch mögliche Produktrisiken

Als international tätiges Unternehmen mit einem heterogenen Portfolio ist der Bayer-Konzern einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu können insbesondere auch Risiken aus dem Bereich Produkthaftung gehören. Bayer ist in industrieüblichem Umfang gegen Produkthaftungsrisiken versichert.
Nähere Informationen zu besonderen Herausforderungen, wie z. B. bezüglich unserer oralen Kontrazeptiva Yasmin™ und Yaz™ sowie bezüglich Magnevist™ und Trasylol™, finden Sie in unserem Geschäftsbericht 2011 sowie im jeweils aktuellen Aktionärsbrief.

Untersuchung von Arzneimitteln in der Umwelt

Um mögliche Umweltreaktionen der Rückstände unserer pharmazeutischen Produkte beurteilen zu können, führt Bayer HealthCare im Rahmen seiner Produktverantwortung Untersuchungen zum Umweltverhalten und zu Auswirkungen von Wirkstoffen unterschiedlicher Präparategruppen durch.
Nach dem Gebrauch von Human-Pharmazeutika durch Patienten werden in vielen Fällen Reste oder Abbauprodukte ausgeschieden und gelangen so in das Abwasser. Kläranlagen reduzieren diese Stoffe oder bauen sie ab, einige werden jedoch nicht völlig entfernt und können so in Gewässer gelangen. Eine spezielle Arbeitsgruppe bei HealthCare führt Tests zur Ökotoxizität sowie zum Verbreitungs- und Abbauverhalten unserer Arzneimittel durch, um die Boden- und Grundwasserrückstände so gering wie möglich zu halten und Risiken bewerten zu können. Diese Bewertungen sind seit 2006 auch Bestandteil der Dossiers für die europäischen Zulassungsbehörden. Nach aktuellem Wissensstand stellen die Spurenrückstände von Human-Pharmazeutika im Trinkwasser kein Risiko für den Menschen dar. Das bestätigt der WHO-Report zu Arzneimitteln im Trinkwasser [ 95 ] 2011. Ergänzend zu den genannten Untersuchungen arbeitet HealthCare derzeit daran, das Thema strategisch umfassender anzugehen. Als Bestandteile einer zukünftigen Strategie werden z. B. ergänzende Stakeholder-Dialoge oder die Erarbeitung von firmeninternen Abwasser-Standards diskutiert.
Bayer HealthCare beteiligt sich bereits seit mehreren Jahren als Industrie-Stakeholder an wichtigen Forschungsprojekten zu Arzneimitteln in der Umwelt. Ein Engagement mit verschiedenen Kooperationspartnern, u. a. aus der Wasserwirtschaft, ist das europäische PILLS-Projekt [ 96 ] („Pharmaceutical Input and Elimination from Local Sources“). Bei der PILLS-Partnerschaft steht die Entwicklung lokaler Abwasserbehandlungsanlagen für Krankenhäuser und Pflegeheime im Fokus. Das 2007 begonnene Projekt wurde bis 2012 verlängert. Die geplanten Versuchskläranlagen wurden 2011 fertiggestellt und in Betrieb genommen, die Untersuchungen an den Anlagen laufen. Die Ergebnisse sollen in einer umfassenden vergleichenden Bewertung der Behandlungstechnologien münden. Der Teilkonzern ist im wissenschaftlichen Beirat von PILLS vertreten und bringt seine Expertise bei der Bewertung der ökologischen Risiken von Arzneimittelrückständen ein.
Im Hinblick auf Tierarzneimittel ist den Behörden im Rahmen der Zulassungsverfahren nachzuweisen, dass bei bestimmungsgerechter Anwendung keine signifikante Umweltgefährdung auftreten wird. Die hierfür geforderten Studien sowie Umweltbewertungen hat Bayer HealthCare vorgenommen und bei den zuständigen Behörden eingereicht.

Die Tiergesundheit schützen

Seit über 100 Jahren vertreibt Bayer HealthCare auch Produkte für Nutz- und Haustiere. Die heute weltweit über 100 verschiedenen Arzneimittel werden für die Tiergesundheit und Parasitenbekämpfung eingesetzt. Damit dienen sie nicht nur den Tieren, sondern minimieren auch das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern auf den Menschen.
Bei Animal Health gelten für unsere klassischen pharmazeutischen Produkte, wie z. B. Antibiotika oder Injektionslösungen, hohe Sicherheits- und Qualitätsstandards. Diese sind mit denen der Humanmedizin vergleichbar. Für alle anderen Produktklassen gelten entsprechend der gesetzlichen Anforderungen ebenfalls strenge Qualitätsstandards. Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die Umweltverträglichkeit unserer Produkte. Im Rahmen der gesetzlichen Zulassungsverfahren führt der Teilkonzern Studien sowie Umweltbewertungen durch, um mögliche Umweltrisiken durch die Anwendung der Produkte auszuschließen. Unsere Erfahrungen bringen wir aktiv in den Expertengruppen Umwelt und Sicherheit des Bundesverbands für Tiergesundheit sowie der International Federation for Animal Health (IFAH) ein.
Tierärzte und Privatanwender schulen wir für den verantwortungsvollen Umgang mit unseren Produkten und stellen ihnen entsprechende Informationsmaterialien zur Verfügung. Wir unterstützen hierzu auch die Initiative „European Platform for the Responsible Use of Medicines in Animals (EPRUMA) [ 102 ]“. Diese vereint verschiedene Partnerorganisationen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wir geben darin Hilfestellung, wie sich das Risiko einer Infektionskrankheit bei Tieren minimieren und dadurch auch der Gebrauch von Antibiotika reduzieren lässt.

Verantwortung im Medizinmarketing

Auch bei der Vermarktung unserer Pharmazeutika hält Bayer HealthCare sich an strenge Vorgaben und beachtet internationale, regionale und nationale Industrie-Kodizes.
Bayer HealthCare ist Mitglied der „International Federation of Pharmaceutical Manufacturers & Associations (IFPMA) [ 97 ]“ und regionaler Verbände wie der „European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA)“ und hat sich zur Einhaltung der entsprechenden Kodizes verpflichtet. Die Kodizes enthalten u. a. Vorgaben zu Werbematerialien und Musterabgaben, zur Zusammenarbeit mit Angehörigen der medizinischen und pharmazeutischen Fachkreise im Rahmen von Referenten- und Beraterverträgen sowie zu wissenschaftlichen Studien.
Globaler Mindeststandard für die Bewerbung von Arzneimitteln sind für HealthCare die „Ethical Criteria for Medicinal Drug Promotion“ [ 98 ] der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Ebenso gelten nationale Ethikstandards, die zumeist in lokalen Industrie-Kodizes, wie z. B. in Deutschland der Kodex des Vereins „Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie (FSA) [ 99 ]“, niedergelegt sind. Diese lokalen Kodizes konkretisieren dabei die Vorgaben der globalen bzw. regionalen Kodizes auf der Basis der jeweils anwendbaren lokalen Gesetze.
Wenn sich die Vorgaben, denen wir uns verpflichtet haben, voneinander unterscheiden, gilt für Bayer HealthCare grundsätzlich die strengere Regelung.
Darüber hinaus gelten die Bestimmungen unserer unternehmensweiten Corporate Compliance Policy und der neuen Policy „Responsible Marketing & Sales“[ 100 ] sowie der Direktive „Integrity & Responsibility in Communications and Marketing“[ 101 ]. Im Jahr 2011 hat Bayer HealthCare begonnen, alle Anforderungen für regelkonformes und ethisches Verhalten in einem umfassenden und global geltenden Compliance-Manual zusammenzuführen. Auf Basis dieses Manuals wird 2012 eine weltweite Trainingskampagne für alle Teilkonzern-Mitarbeiter gestartet.

Innovationen auf vielen Feldern – Bayer CropScience

Mit seiner weltweiten Forschungstätigkeit trägt Bayer CropScience zur Entwicklung neuartiger Lösungen in den Bereichen moderner Pflanzenschutz, Saatgut und Pflanzeneigenschaften sowie Schädlings- und Unkrautbekämpfung in nicht-landwirtschaftlichen Anwendungen bei. Beispielhaft sei hier die Entwicklung innovativer Fungizide in Getreide, Kartoffeln und anderen Flächenkulturen sowie in Obst und Gemüse genannt. Sie bekämpfen Krankheiten, die durch schädlichen Pilzbefall verursacht werden. Weitere Vorteile sind die bessere Lagerfähigkeit und die längere Haltbarkeit der Erntegüter. Bayer CropScience setzt auch zukünftig auf sein Innovationspotenzial im Pflanzenschutz: Zwischen 2012 und 2015 sollen vier neue Produkte auf den Markt gebracht werden, unterstützt durch die Einführung neuer Sorten und Pflanzeneigenschaften im Bereich BioScience.
Um der Entwicklung der globalen Märkte in Zukunft noch besser Rechnung tragen zu können, wird CropScience seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten neu ausrichten. So sollen sich die Aktivitäten verstärkt auf den Geschäftsbereich BioScience mit seinen Saatgut- und Pflanzeneigenschaften sowie auf neue Wachstumsbereiche wie Pflanzengesundheit und Stresstoleranz in der Agrochemie-Forschung konzentrieren. Im Bereich BioScience forschen wir zurzeit in rund 60 Projekten nach optimierten Pflanzeneigenschaften und verbessertem Saatgut. Der Teilkonzern setzt dabei zusätzlich auf Forschungspartnerschaften und -kooperationen – gegenwärtig rund 90 laufende Forschungsvereinbarungen mit öffentlichen und privaten Partnern wie dem australischen Forschungsinstitut CSIRO –, um unterschiedliche Expertisen zu bündeln. Dieser breite Forschungsansatz bildet auch die Grundlage für die Neuentwicklungen des vergangenen Jahres. Drei Beispiele sind stellvertretend im Kasten unten aufgeführt.
Mit innovativen Produkten wollen wir dazu beitragen, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Umso wichtiger ist, dass sie effizient den Weg zum Kunden finden. Mithilfe neuer Konzepte will Bayer CropScience seine Vertriebs- und Marketingaktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Saatgut bis zum Konsumenten – verstärken und verbessern.

Produktsicherheit im Zentrum

Die Sicherheit unserer Produkte ist uns ein großes Anliegen. Das gilt für den Pflanzenschutz ebenso wie für die Schädlings-, Unkraut- und Krankheitsbekämpfung in nicht-landwirtschaftlichen Anwendungen oder in der Pflanzenbiotechnologie. Schon in der Forschung achtet Bayer CropScience darauf, dass Forschungsvorhaben mit unserem Nachhaltigkeitsansatz vereinbar sind. In der weiteren Entwicklung überprüfen wir die Produkte in strengen und umfangreichen Tests, die durch staatliche Behörden reguliert werden. Unsere Toxikologen bewerten die toxikologischen Eigenschaften des Wirkstoffs und der Formulierung, während unsere Rückstandsanalytiker untersuchen, wie viele Rückstände von Produkten nach fachgerechter Anwendung auf den Pflanzen verbleiben bzw. wie diese Mengen durch Waschen oder Verarbeiten reduziert werden können. Bevor ein Produkt letztlich auf den Markt kommt, führen Fachleute je nach Produktbereich zahlreiche weitere Sicherheitsprüfungen bezogen auf Anwendung und Umweltverhalten durch.

Nachhaltige Innovationen bei Bayer CropScience

GlyTol™: Baumwolle schützen

Die Technologie GlyTol™ sorgt dafür, dass die Baumwollpflanzen gegen Glyphosat-Herbizide unempfindlich sind. Zudem bieten wir erstmals in der Baumwollindustrie zwei Produkte an, in denen Herbizidtoleranz-Technologien kombiniert werden. Diese enthalten sowohl die GlyTol™- als auch die LibertyLink™-Technologie.

Emesto™: Höhere Erträge bei Kartoffeln

Das neue fungizide Saatgutbehandlungsmittel Emesto™ (Wirkstoff: Penflufen) wird beim Anbau von Kartoffeln eingesetzt. Es verfügt über eine herausragende Wirkung gegen die Rhizoctonia-Fäule. Der Befall von Kartoffeln durch diese Pflanzenkrankheit führt zu Ertrags- und Qualitätseinbußen. Emesto™ sorgt für eine Verbesserung der Qualität von Kartoffeln und steigert den marktfähigen Ertrag. Im August 2011 hat Bayer CropScience die weltweit erste Zulassung in Großbritannien erhalten – insgesamt soll Emesto™ in über 30 Ländern weltweit registriert werden.

Gesunde Pflanzen durch Luna™

Die Luna™-Produktfamilie (Wirkstoff: Fluopyram) wurde speziell zum Einsatz gegen Pflanzenkrankheiten entwickelt, die von pilzlichen Schaderregern verursacht werden. Einsatzgebiet sind über 70 Kulturpflanzen, z. B. Obst und Gemüse, Kartoffeln und Blumen. Luna™ verbessert die langfristige Gesundheit der Pflanzen sowie die Qualität und die Lagerfähigkeit der Früchte. Seit Februar 2012 ist das Produkt in den USA erhältlich. Im April erhielt Bayer CropScience die Zulassung für Luna in Deutschland. Weitere Zulassungen sollen 2012 folgen.
Der Teilkonzern folgt dem Internationalen Verhaltenskodex der Welternährungsorganisation (FAO) [ 103 ] über den Vertrieb und die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Dessen Grundsätze decken den gesamten Lebenszyklus eines Produkts ab – von der Entwicklung bis zur Anwendung und darüber hinaus. Alle wesentlichen Aspekte einer verantwortlichen Produkthandhabung setzt CropScience in seinem „Product Stewardship“-Programm um. Es folgt den Grundsätzen unserer Product Stewardship Policy [ 104 ]“, die wir in einer Broschüre zusammengestellt haben.
Mit dem Bekenntnis zum FAO-Kodex und seiner Product Stewardship Policy erfüllt der Teilkonzern außerdem die Anforderungen zum verantwortungsvollen Marketing unserer neuen Konzern-Position.
Bayer CropScience engagiert sich auch über das Kerngeschäft hinaus gezielt in Projekten für mehr Produktverantwortung. Wir sind Mitglied der „Better Sugarcane Initiative (BSI) [ 105 ]“ und des „International Sustainability & Carbon Certification“-Vereins (ISCC) [ 106 ], die sich für den nachhaltigen Zuckerrohranbau in Brasilien einsetzen. Darüber hinaus nehmen wir am „Round Table for Responsible Soy (RTRS) [ 107 ]“ teil, um uns für eine nachhaltige Produktion von Soja zu engagieren.

Verantwortung für Kunden und Partner

Ein zentraler Aspekt der Produktverantwortung bei dem Teilkonzern ist die Unterstützung unserer Kunden und Partner, wie Landwirte, Händler und medizinisches Personal, im fachgerechten und sicheren Umgang mit unseren Produkten. Gerade bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist eine größtmögliche Sorgfalt notwendig. Durch gezielte Schulungsprogramme tragen wir dazu bei, dass unsere Produkte effektiv und sicher für den Anwender, die Umwelt und den Konsumenten eingesetzt werden. Darüber hinaus stellen wir unseren Kunden für all unsere Produkte Leitfäden zur sicheren Anwendung, Lagerung und Entsorgung zur Verfügung.
Weltweit schulen wir Landwirte in der richtigen Verwendung von Bayer-Produkten, dem korrekten Tragen von Schutzkleidung sowie nachhaltiger Abfallentsorgung. So haben wir im Jahr 2011 z. B. in Indien Trainings- und Informationsveranstaltungen zum sicheren Umgang mit Pflanzenschutzmitteln für über 1,2 MIO Teilnehmer durchgeführt. Auch in Südamerika sowie Zentralamerika setzte Bayer CropScience sein AgroVida-Programm fort. Seit den 1990er-Jahren setzen wir in dieser Region verschiedene Initiativen um, mit denen wir das Sicherheitsbewusstsein und die fachliche Expertise der Landwirte erhöhen. In Kolumbien haben wir 2011 erneut rund 13.000 Bauern geschult. In Kuba unterrichtete der Teilkonzern im Rahmen von AgroVida (Agro Vida Banao) Landwirte in der Region Sancti Spiritus über neue Methoden zum integrierten Anbau von Zwiebeln. Insgesamt haben wir in der Region Zentralamerika und Karibik (ohne Mexiko) im Jahr 2011 rund 13.500 Landwirte geschult.
Darüber hinaus engagieren wir uns bei der Optimierung technischer Lösungen: In Europa haben wir u. a. die Verbesserung und Implementierung von Sämaschinen zum besseren Schutz von Anwendern und Umwelt mit vorangetrieben. Interne Mitarbeiter-Schulungen runden das Bildungsangebot im Rahmen der Produktverantwortung ab. Über den Umgang mit Herbizidresistenzen informiert CropScience durch seine Broschüre zum integrierten Unkrautmanagement [ 110 ]. Dazu gehören wichtige Instrumente und Strategien für Bauern wie Fruchtfolgen, Kulturpraktiken und Feldhygiene sowie der Einsatz von Herbiziden mit unterschiedlichen Wirkprinzipien.

Schrittweiser Ersatz von Pflanzenschutzmitteln der WHO Klasse I

Im Rahmen der Portfoliobereinigung bringt Bayer CropScience kontinuierlich Pflanzenschutz-Lösungen mit besseren Umwelteigenschaften auf den Markt, z. B. indem wir neue Wirkstoffe, neue Formulierungen, neue Produkte sowie neue Anwendungstechniken und Verpackungsarten einführen. Zum Ende des Jahres 2010 haben wir weltweit den Verkauf von endosulphanhaltigen Pflanzenschutzmitteln eingestellt. Im Zuge der Portfoliobereinigung wurde im Laufe des Jahres 2011 der Vertrieb nematizider Endprodukte auf Basis von Fenamiphos und Ethoprophos sowie von Aldicarb-basierten Produkten beendet.
Bayer CropScience wird bis Ende 2012 den Verkauf aller noch verbliebenen Insektizidformulierungen der WHO Klasse I für Blatt- und Bodenanwendungen sowie Saatgutbehandlungen auslaufen lassen. Infos zu EU-weiten Anforderungen an Pflanzenschutzmittel [ 108 ] finden Sie im Online-Bericht.

News

Bayer startet weltweites „Bee Care Program“

Zur weiteren Förderung der Bienengesundheit hat Bayer ein weltweites „Bee Care Program“ ins Leben gerufen. Als Teil des Programms sollen 2012 zwei „Bee Care Center“, in Monheim, Deutschland, und in North Carolina, USA, entstehen. Sie werden als Wissenschafts- und Kommunikationsplattform dienen und die umfangreiche Erfahrung und Kompetenz von Bayer im Bereich Bienengesundheit unter einem Dach vereinen. Dort werden bestehende und zukünftige Bienengesundheitsprojekte, die in Zusammenarbeit mit externen Partnern realisiert werden, gebündelt, wie z. B. die Entwicklung von neuen Bienenarzneimitteln. Darüber hinaus werden die Zentren länderübergreifend mit Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten und in mehreren Arbeitsgruppen zur Bienensicherheit, wie z. B. der ICPBR Bee Protection Group, vertreten sein.

Bienengesundheit und Pflanzenschutz

Bienen spielen eine Schlüsselrolle bei der Bestäubung vieler Blütenpflanzen und sind ein wichtiger Bestandteil vieler Ökosysteme. Die Förderung der Bienengesundheit [ 109 ] weltweit ist daher eine wichtige Aufgabe für jeden – egal, ob Imker, Landwirt, Politiker, Unternehmen oder Gärtner. Für ein Unternehmen wie Bayer, das in Landwirtschaft und Tiergesundheit tätig ist, sind die Sicherheit und Gesundheit der Bienen äußerst wichtig: Viele landwirtschaftliche Kulturpflanzen brauchen die Bestäubungsleistung von Bienen, sie ist dadurch ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Landwirtschaft.
Auch wenn die Zahl der Bienenvölker weltweit seit Jahrzehnten ansteigt, zeichnet sich leider in einigen Ländern, insbesondere in Europa und Nordamerika, ein Rückgang ab. Bayer unterstützt die wissenschaftliche Erforschung der Ursachen für diesen Rückgang. In der wissenschaftlichen Literatur sind jüngst einige Publikationen erschienen, die einen Rückgang von Bienenpopulationen mit Pflanzenschutzmitteln in Verbindung bringen. Diese Studien waren jedoch ganz oder teilweise unter unrealistischen Bedingungen durchgeführt worden und sind daher nicht auf Praxisbedingungen übertragbar. Wissenschaftler in aller Welt stimmen überein, dass Bienenkrankheiten, besonders verursacht durch die Varroa-Milbe, extreme Umwelt- und Klimaeinflüsse, aber auch Veränderungen in der landwirtschaftlichen Struktur die Hauptfaktoren sind, die die Bienengesundheit beeinträchtigen. Die Hypothese, dass Pflanzenschutzmittel eine nennenswerte Rolle spielen, wird durch eine Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen und Monitorings widerlegt.

Dialog

Nachhaltigkeit im Fokus

Wissenschaftler namhafter Forschungsinstitute trafen sich im September 2011 mit Vertretern von Bayer CropScience zu einem Erfahrungsaustausch im „German Climate-KIC Centre“ in Berlin. Neben der „Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO)“, Australiens nationaler Forschungsorganisation, waren Vertreter des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und des Deutschen GeoForschungsZentrums (GEZ) an der Veranstaltung beteiligt. Ziel war die Vorstellung erster Ergebnisse einer Forschungskooperation zwischen CSIRO und Bayer CropScience zur Erfassung der Nachhaltigkeit neuer Pflanzentechnologien und Anbausysteme. Das zunächst auf zwei Jahre angelegte Projekt soll Methoden entwickeln und anwenden, mit denen die Umweltbilanz neuer Getreidesorten und deren positiver Beitrag für die Ernährungssicherheit abgeschätzt werden können.
Um fehlerhaften Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln vorzubeugen, wie sie bedauerlicherweise 2008 auftraten, als es am Oberrhein in Baden-Württemberg durch fehlerhaft gebeiztes Maissaatgut zu Bienenverlusten kam, führen wir umfangreiche „Product Stewardship“-Maßnahmen durch. Zur Gewährleistung einer hervorragenden Beizqualität unserer Saatgutprodukte wurde dazu im Monheimer „Seed Treatment Application Center“ ein mehrstufiges Qualitätsprogramm für die Saatgutbeizung entwickelt.
Bayer arbeitet außerdem weltweit eng mit den Anwendern (Landwirten, Mitarbeitern von Beizunternehmen) zusammen, um sicherzustellen, dass bei konsequenter, umsichtiger und richtiger Anwendung unerwünschte Staubabdrift während der Aussaat nachhaltig minimiert wird. Wir wollen erreichen, dass die von Bayer gemeinsam mit der Landmaschinenindustrie entwickelten Verfahren zur Abdriftminderung europaweit Vorbildcharakter haben.
Der Konzern ist durch seinen Geschäftsbereich Animal Health seit über 25 Jahren in der Erforschung und Förderung der Bienengesundheit aktiv und nimmt damit in unserer Branche eine ganz besondere Stellung ein. Wir verfügen über hervorragende Kenntnisse der ökologischen und biotischen Herausforderungen, wie Krankheitserreger, invasive Arten oder fehlende Nahrung. Sie wirken sich zunehmend auf die Bienengesundheit aus und führen in einigen Teilen Europas und der USA zu einem Rückgang der Bienenvölker.
Eine der wichtigsten Ursachen für Honigbienenverluste ist die Varroa-Milbe. Dieser Parasit befällt sowohl erwachsene Tiere als auch die Brut und führt zu einer gefährlichen Schwächung der Bienen. Seit 2010 betont Bayer mit einem weiteren Produkt zur Bekämpfung der Varroa-Milben sein Engagement in diesem Bereich. Das Mittel wird derzeit weiter entwickelt. Derzeit arbeiten wir an Methoden, mit denen wir verhindern wollen, dass Varroa-freie Bienenstöcke durch befallene Bienen anderer Stöcke „re-infiziert“ werden. Eine umfassende Beurteilung dieser Methoden wird gerade vorgenommen.
Bayer fördert außerdem den Erhalt von nektar- und pollenreichen Flächen auf Bauernhöfen und in Stadtgemeinden. Die Vorteile solcher bienenfreundlichen Flächen werden am Bayer-Standort Monheim und auch bei Versuchsbetrieben wie beispielsweise in Belgien, England und den USA demonstriert. Im Jahr 2012 wollen wir dieses Konzept weiterentwickeln.
Information und Dialog durch die Kommunikation der Bienengesundheit sind unerlässlich, um ein Bewusstsein für das Thema bei allen beteiligten Interessengruppen – von Imkern und Landwirten über Politiker bis hin zu den Gärtnern – zu schaffen.
Im Jahr 2011 haben wir eine neue Bienenbroschüre [ 111 ] veröffentlicht und uns bei Politikern und Beamten in Brüssel, Belgien, und Washington D.C., USA, für das Thema Bienengesundheit eingesetzt. Unseren Ansatz zur Bienengesundheit vertreten wir auch auf hochkarätigen Meetings wie beispielsweise dem Internationalen Apimondia Kongress in Buenos Aires, Argentinien.

Gentechnisch veränderter Reis

Im Jahr 2006 wurden in den USA Spuren von gentechnisch verändertem Reis von Bayer CropScience in der Langkornreis-Ernte entdeckt. Anschließend verhängten einige Länder, vor allem die EU, Import-Beschränkungen, obwohl der Reis keine Gefährdung der Lebensmittelsicherheit darstellte.
Bayer vermarktet den gentechnisch veränderten Reis bislang nicht. Vor allem Reisfarmer und Reismühlen machen seitdem in zahlreichen Klagen wirtschaftliche Schäden geltend. Bayer hat im vergangenen Jahr ein Vergleichsprogramm in Höhe von bis zu 750 Millionen US-Dollar zur Beilegung der von Reisfarmern erhobenen Klagen aufgesetzt. Mehr als 94 % der in Betracht kommenden Reis-Anbauflächen werden daran teilnehmen. Ein Großteil der Vergleichssumme ist bereits ausgezahlt. Ferner wurden mehrere Vergleiche mit Reismühlen oder Importeuren geschlossen sowie die bisher verhandelten Farmer-Fälle verglichen, für einen Gesamtbetrag von rund 143 MIO US-Dollar.
18 Klagen von Geschäftsbetrieben, die nicht Teil des Vergleichsprogramms sind, bleiben in den USA anhängig. Bayer hofft, dass viele der Verfahren ebenfalls verglichen werden können. Das Unternehmen wird sich aber weiterhin entschieden zur Wehr setzen, wenn angemessene Einigungen nicht möglich sind. Eine Versicherung gegen derartige Risiken ist nicht verfügbar. Bayer hat angemessene bilanzielle Maßnahmen ergriffen. Der Fall wurde vom US-Landwirtschaftsministerium ausgiebig untersucht, und es wurde kein Fehlverhalten von Bayer festgestellt. Aber Bayer überprüft und verbessert die Abläufe kontinuierlich und berücksichtigt dabei den steten Erkenntnisfortschritt der Wissenschaften.
Weiterführende Informationen finden Sie im Bayer-Geschäftsbericht 2011.

Innovation Schicht für Schicht – Bayer MaterialScience

Bayer MaterialScience entwickelt in engem Kontakt mit Kunden und Partnern neue Produkte und Anwendungen sowie energieeffiziente Technologien und Produktionsprozesse für Polymerwerkstoffe. Durch seine Forschung und Anwendungsentwicklung setzen wir so wissenschaftliche Erkenntnisse in ein kundenorientiertes Geschäft um. Die weltweite Steuerung der Innovationsaktivitäten des Teilkonzerns obliegt dem Innovation Community Council.
Im Berichtsjahr hat Bayer MaterialScience 237 MIO € in Innovationen investiert. Die Anwendungsgebiete reichen dabei von der Lichttechnik über die Verkehrstechnik bis zur Kunststoffproduktion der Zukunft.
Bayer MaterialScience erprobt ein neues, nachhaltiges Verfahren, um das Klimagas Kohlendioxid als alternativen Rohstoff für hochwertige Materialien zu nutzen. So soll ein Teil der herkömmlich verwendeten fossilen Ressourcen ersetzt werden und eine zukunftsfähige Nutzungsform für CO2 entstehen. Dazu nahm der Teilkonzern 2011 im Rahmen des Projekts „Dream Production“ im Chempark Leverkusen eine Pilotanlage in Betrieb, in der ein CO2-basiertes Vorprodukt für Polyurethane hergestellt wird. Das Projekt, an dem außerdem Bayer Technology Services, RWE Power und die RWTH Aachen University beteiligt sind, wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit insgesamt 4,5 MIO € über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert.
Die Anpassung an den Klimawandel fördern wir zusätzlich durch eine breite Palette an Produkten. So ermöglichen wir durch leistungsfähige Materialien die Energiegewinnung aus regenerativen Energiequellen. Das Spektrum reicht dabei von Polyurethan-Systemen für Windkraftanlagen bis zu Polycarbonat-Platten für Photovoltaikmodule. Zugleich tragen die Produkte von MaterialScience auf zahlreichen Gebieten dazu bei, den Energieverbrauch und damit die CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren, z. B. im Automobilbau oder bei der Wärmedämmung von Häusern und Kühlgeräten.
Bayer MaterialScience ist zudem Technologieführer auf dem Gebiet der elektroaktiven Polymere. Hier haben wir 2011 eine neue Anwendung unter dem Markennamen ViviTouch™ auf den Markt gebracht, die bei elektronischen Spielen für eine spezielle taktile Rückmeldung sorgt. ViviTouch™ und zwei weitere Beispiele für unsere Innovationen werden im Kasten unten vorgestellt.

Nachhaltige Innovation bei Bayer MaterialScience

ViviTouch™: Spiele erlebbar machen

ViviTouch™ ermöglicht bei elektronischen Spielen eine neuartige taktile Rückmeldung. Für Nutzer werden Spielsituationen dadurch deutlich plastischer und interaktiver. ViviTouch™ beruht auf elektroaktiven Polymeren, die durch elektrische Spannung ihre Form verändern, und benötigt weniger Energie als herkömmliche Produkte mit Vibrationsmotoren. Für tragbare elektronische Geräte sind zukünftig zahlreiche Anwendungen möglich.

Polyurethane: Schaumstoffe aus Pflanzenölen

Mit einem neuen Prozess kann Bayer MaterialScience nun Polyole aus verschiedenen Pflanzenölen herstellen, ohne dass diese zusätzlich behandelt werden müssen. Die Polyole dienen als Grundbausteine für Hartschaumstoffe, die so einen Anteil von zehn bis 15 % an nachwachsenden Rohstoffen enthalten. Diese „grünen“ Schaumstoffe, die beispielsweise zur Gebäudeisolierung eingesetzt werden, bieten zum Teil bessere Materialeigenschaften als konventionelle Produkte.

Polyurethane: Umweltfreundliche Bindemittel

Mit Einsatz der Polyurethanchemie lassen sich hochwertige Bindemittel aus erneuerbaren Rohstoffen herstellen und als Baustein für Lacke und Klebstoffe verwenden. Bayer MaterialScience bietet eine breite Palette von Bindemitteln, die auf erneuerbaren Rohstoffen beruhen. Diese sind lösemittelfrei oder lösemittelarm und lassen sich dadurch umweltfreundlich verarbeiten.

Verantwortung entlang des gesamten Produktlebenszyklus

Die Sicherheit unserer Produkte steht auch im Zentrum der Produktverantwortung von Bayer MaterialScience. Im Rahmen der Umsetzung der „Global Product Strategy“ bewertet Bayer MaterialScience mögliche Risiken seiner Produkte für die Umwelt und für die Gesundheit des Menschen, die durch die von uns verwendeten Chemikalien entstehen können, und ergreift Maßnahmen zu deren Reduktion. Diese Beurteilungen der Produktsicherheit („Product Safety Assessments“) umfassen den gesamten Lebenszyklus eines Produkts: Sie reichen von der Forschung und dem Einkauf über die Produktion und Logistik bis hin zu Anwendung, Wiederverwertung und Entsorgung. Eckpfeiler sind klar definierte Kenngrößen, anhand derer wir die Sicherheit des Produkts messbar machen können.
Eine Produktsicherheitsbeurteilung erfolgt in vier Schritten: Produktpriorisierung, Risikocharakterisierung, Risikomanagement, Risikokommunikation. Während der Produktpriorisierung identifizieren wir die relevanten Chemikalien, die dann in der Risikocharakterisierung bewertet werden. Je nach Umfang des festgestellten Risikopotenzials leitet der Teilkonzern dann entsprechende Maßnahmen ein, um die Risiken effektiv zu minimieren. Dies können beispielsweise Empfehlungen für technische Maßnahmen zum Einsatz persönlicher Schutzausrüstungen oder auch Vermarktungsbeschränkungen sein. In einem letzten Schritt folgen die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsdatenblätter, Merkblätter und Kennzeichnungen. Dabei berücksichtigen wir auch alle Anforderungen der Konzern-Position zum verantwortungsvollen Marketing und Vertrieb.
Die Einbindung unserer Kunden und Partner ist ein weiterer Baustein der Produktverantwortung bei MaterialScience. Im Rahmen der „Global Product Strategy (GPS) [ 112 ] informieren wir  über die BayCare-Plattform und die Internetseiten von BayCare Worldwide [ 113 ] Kunden und andere Interessengruppen über unsere Maßnahmen und beschreiben die Schritte der Produktsicherheitsbeurteilung eingehend und transparent.  Länderseiten mit spezifischen Informationen sind für die USA, Kanada, Mexiko, Brasilien und China in den jeweiligen Landessprachen verfügbar. Im Jahr 2012 soll BayCare auf die neue Plattform „Product Safety First“ überführt und die Länderseiten um die EU-Staaten (in Englisch und fünf weiteren Sprachen) sowie Indien (in englischer Sprache) erweitert werden.

Verantwortung für Nanotechnologie übernehmen

Die Grundsätze beim Umgang mit der Nanotechnologie sind in der „Bayer-Position zur Nanotech-nologie“ [ 114 ] gebündelt. Wir arbeiten intensiv an der internationalen Harmonisierung von Terminologie und Prüfverfahren auf ISO-Ebene und der Erarbeitung von toxikologischen Prüfrichtlinien auf OECD-Ebene. Darüber hinaus pflegen wir in Sachen Nanotechnologie einen intensiven und transparenten Stakeholder-Dialog mit Gremien, Verbänden, Industriepartnern, Kunden, Behörden, Hochschulen und der Öffentlichkeit.
Für die sichere Handhabung von Kohlenstoff-Nanoröhrchen hat Bayer MaterialScience ein ausführliches „Product-Stewardship“-Programm aufgesetzt. Dieses Programm unterstützt die sichere Handhabung von der Produktion über die Verarbeitung und Anwendung bis zur Entsorgung in allen Bereichen, in denen die Technologie zum Einsatz kommt. Zusätzlich unterstützen wir die vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) [ 115 ] geförderten Sicherheitsforschungsprojekte zu Nanomaterialien.
Für den Weltmarkt für Kohlenstoff-Nanoröhrchen werden überdurchschnittliche Wachstumsraten und mittelfristig ein Umsatzvolumen in Milliardenhöhe erwartet. Die mehrwandigen Nanoröhrchen, die der Teilkonzern unter dem Namen BaytubesTM vertreibt, zeichnen sich durch eine Kombination hervorragender Eigenschaften aus: Sie sind besonders mechanisch belastbar, leicht und leitfähig. Entsprechend groß sind ihre Einsatzmöglichkeiten als Werkstoff. Wir haben hier ein breites Know-how erworben und fokussieren uns auf bestimmte vielversprechende Anwendungsgebiete wie Energie, Umwelt, Sport und Mobilität. Konkrete Forschungs- und Entwicklungsprojekte befassen sich beispielsweise mit Hochleistungs-Materialen für Windturbinen und Batterien für Elektroautos.
Im Leverkusener Chempark betreiben wir eine Technikums- und Laboranlage mit einer nominalen Kapazität von 200 Jahrestonnen, die der Produkt- und Verfahrensentwicklung von Kohlenstoff-Nanoröhrchen dient. In einer Versuchsanlage im süddeutschen Laufenburg stellt die Firma H.C. Starck in unserem Auftrag BaytubesTM her, die in begrenzten Mengen an dritte Unternehmen zur Markteinführung abgegeben werden.

Stoffe in direktem Kontakt mit Lebensmitteln

Bayer MaterialScience verfolgt die wissenschaftliche Diskussion um die Chemikalie Bisphenol A (BPA), einen Ausgangsstoff für diverse Kunststoffe, mit großer Aufmerksamkeit. Kritiker befürchten gesundheitliche Risiken für die Anwender, wenn PPA durch Erwärmung aus den Polymeren freigesetzt wird. Im Einklang mit zahlreichen wissenschaftlich validen Studien, die die Sicherheit von PPA attestieren, sind wir weiterhin der Überzeugung, dass die Sicherheit von PPA in den bestehenden Anwendungsgebieten gegeben ist. Diese Einschätzung deckt sich mit den Bewertungen der zuständigen Regulierungsbehörden u.a. in Europa, den USA, Australien und Japan.

Innovationsmotoren – die Bayer-Servicegesellschaften

Bayer Business Services, Bayer Technology Services und Currenta bilden die drei Servicegesellschaften von Bayer. Sie beschäftigen zusammen mehr als 13.000 Mitarbeiter und leisten mit spezialisierten Dienstleistungen ihren Beitrag zu neuen innovativen Lösungen. Bayer Business Services konzentriert sich auf die Kernbereiche IT-Infrastruktur und -Anwendungen, Einkauf und Logistik, Personal- und Managementdienste sowie Finanz- und Rechnungswesen. Bayer Technology Services ist spezialisiert auf Verfahren und Prozesse sowie Planung, Bau und Weiterentwicklung von Anlagen. Die Servicegesellschaft Currenta, ein Unternehmen von Bayer und Lanxess, bietet Dienstleistungen in den Bereichen Energieversorgung, Entsorgung, Infrastruktur, Sicherheit, Analytik sowie Ausbildung an.
Im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie von Bayer arbeiten alle drei Unternehmen daran, die Prozesse und Technologien effizienter und umweltverträglicher zu gestalten. Dafür stehen auch die im Online-Bericht aufgeführten Innovationsbeispiele [ 116 ].
http://www.nachhaltigkeit2011.bayer.de/de/innovationen-und-produkte.aspx

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Letzte Änderung: 6. Juni 2012