geprüft 2011
Leistungsbericht

Unternehmensführung

Bayer ist ein global operierendes Unternehmen auf den Gebieten Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Durch Innovation, Wachstum und hohe Ertragskraft wollen wir nachhaltig Werte schaffen.



Wachstumsperspektiven in China In Shanghai nahm Bayer-Chef Dekkers (Mitte) die neue TDI-Anlage im Beisein zahlreicher Gäste in Betrieb. Der Umsatz in der Region soll bis 2015 deutlich steigen.
Verantwortlicher Umgang mit den Ressourcen der Kapitalgeber, Mitarbeiter, Standortgemeinden und der Natur ist uns dabei Verpflichtung. Wertesysteme, Unternehmensrichtlinien und Managementsysteme sind die Basis für verantwortungsvolle Unternehmensführung.

Unsere Unternehmenskultur findet ihren Ausdruck in unserer Mission „Bayer: Science For A Better Life“ und unserem Werteverständnis. Unsere Werte haben wir in dem Begriff LIFE [ 44 ] zusammengefasst: Leadership (Führung), Integrität, Flexibilität und Effizienz. Sie sind für alle Mitarbeiter verbindlich und leiten uns in unserem unternehmerischen Handeln. Unsere Wertekultur sorgt für eine gemeinsame Identität über Landesgrenzen, Hierarchien und kulturelle Unterschiede hinweg. Daraus gewinnt Bayer unternehmerische Stärke.
Eines der vier Elemente von LIFE ist Integrität. Darunter verstehen wir, Gesetze, Richtlinien und Regeln einzuhalten und für alle unsere Interessengruppen ein ehrlicher und zuverlässiger Partner zu sein. Klare Strukturen der „Corporate Governance“ [ 45 ] sowie transparente Grundsätze einer weltweit gültigen „Compliance“ bilden das Fundament. Ein weitreichendes Risikomanagement hilft uns, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzutreten. Mit seinem Engagement in den Regionen trägt Bayer überdies zu einer positiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung bei.
Verantwortungsvolle Unternehmensführung ist die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg. Wir sind davon überzeugt, dass durch die Integration der Nachhaltigkeit [ 47 ] auf allen Ebenen und Funktionsbereichen des Konzerns ein positiver Wertbeitrag für das Unternehmen geleistet wird.
Konkret umgesetzt wird unsere wertorientierte Unternehmensführung durch Konzernregelungen und -positionen. Auf diese Weise sichern wir konzernweit u. a. die Integration von sozialer und ökologischer Verantwortung in unsere Lieferantenbeziehungen, die Beachtung internationaler Menschen- und Arbeitnehmerrechte, regelkonformes Verhalten bei der Vermarktung unserer Produkte bis hin zum verantwortlichen Umgang mit der Ressource Wasser.

Finanz- und Innovationsziele 2011 erreicht

Im Geschäftsjahr 2011 steigerten wir den Umsatz um 4,1 %, währungs- und portfoliobereinigt um 5,5 % auf 36,5 MRD €. Das operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich um 52,0 % auf 4,1 MRD €. Ergebnisbelastend wirkten sich Sondereinflüsse in Höhe von -0,9 MRD € aus. Hierin sind Sonderaufwendungen von 0,7 MRD € im Zusammenhang mit unserer konzernweiten Restrukturierungsinitiative, 0,3 MRD € für Rechtsfälle sowie Erträge aus Desinvestionen in Höhe von 0,1 MRD € enthalten. Das EBITDA vor Sondereinflüssen verbesserten wir um 7,2 % auf 7,6 MRD €. Das Konzernergebnis stieg auf 2,5 MRD € an. Die Netto-Verschuldung sank um 0,9 MRD € auf 7,0 MRD € (siehe auch Kennzahlen).

Ziele 2015

Lieferantenmanagement

  • Information aller Lieferanten mit bestellbezogenem Ausgabevolumen über den Bayer-Lieferantenkodex
  • Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung von Lieferanten, die ≥ 75 % des gesamten Einkaufsvolumens darstellen, und ≥ 75 % des Einkaufsvolumens aus Risikobereichen
  • Jährliche Auditierung der Nachhaltigkeitsleistung von mindestens 10 % der Lieferanten aus Risikobereichen oder mindestens 15 Lieferanten

Compliance

  • Ausweitung des Compliance-Trainings auf 100 % aller Bayer-Manager

Corporate Governance

Die verantwortungsvolle Unternehmensführung (Corporate Governance) hat bei Bayer seit jeher einen hohen Stellenwert. Das wird auch in Zukunft so sein. So hat Bayer im Jahr 2011 die Erklärung abgegeben, mit einer vorübergehenden Ausnahme den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex [ 46 ] in der Vergangenheit entsprochen zu haben. Im Februar 2012 hat Bayer in Hinblick auf geplante Änderungen der Aufsichtsratsvergütung eine Abweichung vom Corporate Governance Kodex erklärt. Die Kodex-Empfehlung, von der abgewichen wurde, ist aber in der im Mai 2012 veröffentlichten Neufassung des Corporate Governance Kodex nicht mehr enthalten. Bayer entspricht daher wieder voll den Empfehlungen. Näheres lesen Sie im Corporate-Governance-Bericht unseres Geschäftsberichts 2011, der auch ausführlich die Arbeitsweise sowie die Kontrollmechanismen von Vorstand und Aufsichtsrat darlegt.

Konzernführung und Vergütung

Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Vorstand zu überwachen und ihn zu beraten. Er besteht aus 20 Mitgliedern, die gemäß dem Mitbestimmungsgesetz jeweils zur Hälfte aus Kreisen der Aktionäre und der Arbeitnehmer stammen.
Bezüglich der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat folgt Bayer den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie dem Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG). Die Gesamtvergütung des Vorstands setzte sich im Jahr 2011 im Wesentlichen aus fünf Komponenten zusammen: einem jährlichen Festeinkommen, einer kurzfristigen variablen Vergütung, die sich als Zielvergütung auf ein Geschäftsjahr bezieht, einer langfristigen variablen Vergütung, die sich als Zielvergütung auf vier Geschäftsjahre bezieht, einer weiteren, seit 2010 gewährten langfristigen variablen Vergütung, die aus virtuellen Bayer-Aktien mit einer Sperrfrist von drei Jahren besteht, sowie einer betrieblichen Altersversorgung mit nach Dienstjahren wachsenden Pensionsanwartschaften. Hinzu kommen Sachbezüge und sonstige Leistungen wie Firmenfahrzeug mit Privatnutzung oder Kostenerstattung einer Gesundheitsvorsorgeuntersuchung. Die Vergütung des Aufsichtsrats richtet sich zukünftig nach den Satzungsbestimmungen, die von der Hauptversammlung (HV) am 27. April 2012 beschlossen wurden.
Näheres zu der Vergütung für das Geschäftsjahr 2011 finden Sie im Vergütungsbericht unseres Geschäftsberichts 2011. Informationen zu den auf unserer HV 2012 beschlossenen Satzungsbestimmungen finden Sie im Internet [ 48 ].

Compliance bei Bayer

Bayer erwartet, dass das Handeln eines jeden Mitarbeiters stets durch Integrität bestimmt ist. Verstöße gegen die Einhaltung der einschlägigen Gesetze, relevanter Kodizes sowie der internen Regelungen werden nicht geduldet.
Der Konzernvorstand hat in der Corporate Compliance Policy“ [ 49 ] das uneingeschränkte Bekenntnis zu Corporate Compliance zum Ausdruck gebracht, ebenso den Verzicht auf jegliches diesen Grundsätzen entgegenstehende Geschäft. Die Policy enthält Verpflichtungen zur Einhaltung des maßgeblichen Wettbewerbsrechts, zur Integrität im Geschäftsverkehr, d. h. keine Form der Korruption, zum Prinzip der Nachhaltigkeit und Produktverantwortung, zur Einhaltung des Außenhandels- und Insiderrechts, zur ordnungsgemäßen Aktenführung und transparenten Finanzberichterstattung sowie zu fairen und respektvollen Arbeitsbedingungen und gegen jede Form der Diskriminierung. Weitere Anforderungen der Policy sind der Schutz unseres Wissensvorsprungs und der Respekt vor rechtsbeständigen Schutzrechten Dritter, die Trennung von Unternehmens- und Privatinteressen sowie der korrekte Umgang mit Behörden.
Zum 1. Januar 2012 haben wir die Anti-Korruptions-Richtlinie des Konzerns aktualisiert. Sie dient der Unterstützung unserer weltweit tätigen Mitarbeiter bei der Vermeidung möglicher Korruptionsprobleme. Wir nehmen darin explizit Bezug auf unser LIFE-Wertesystem und unsere Verpflichtungen im Rahmen des UN Global Compact. Die genannten Prinzipien schließen verantwortungsvolles Marketing mit ein. Informationen zu unseren Leitlinien im Medizinmarketing sind im Kapitel „Innovationen und Produkte“ erläutert.
Jede operativ tätige Konzerngesellschaft hat mindestens einen zuständigen Compliance Officer. In ausländischen Gesellschaften gibt es teilweise mehrere lokale Compliance-Funktionen mit klar zugewiesenen Verantwortlichkeiten für bestimmte Geschäftseinheiten innerhalb der jeweiligen Gesellschaft. Diese berichten ihrerseits an die Chief Subgroup Compliance Officers der Konzernführungsgesellschaften bzw. an den vom Konzernvorstand ernannten Group Compliance Officer. Dieser stellt gemeinsam mit dem Leiter der Konzernrevision mindestens einmal jährlich dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats eine Übersicht über festgestellte Compliance-Verstöße zur Verfügung. Die Konzernrevision prüft außerdem regelmäßig die Wirksamkeit der Corporate Compliance Policy.
Im Jahr 2011 haben wir in zwei Compliance Officer Workshops insgesamt 43 Compliance Officer zentral geschult. Die Workshops dienen zugleich dem Erfahrungsaustausch und dem Aufbau einer „Community“.
Unsere Mitarbeiter informieren und trainieren wir fortlaufend. Die Corporate-Compliance-Broschüre liegt in 42 Sprachen vor. Um die Bedeutung des Themas im Bewusstsein unserer Mitarbeiter zu verankern, haben wir ein webbasiertes Training, die „Corporate Compliance Basics“, entwickelt, das 2010 im leitenden Mitarbeiterbereich gestartet wurde. Bis Ende 2011 schlossen es weltweit 22.434 leitende Mitarbeiter, ausgenommen USA, erfolgreich ab. Vor allem in den Ländern China, Spanien, Frankreich, Kolumbien, Marokko, Taiwan, Peru, Singapur, Belgien, Ecuador haben außerdem 5.203 nicht leitende Mitarbeiter dieses Training absolviert. In den USA wurde ein separates obligatorisches Compliance (Ethics)-Training für alle Mitarbeiter durchgeführt. 2011 nahmen daran rund 12.500 von 15.800 Mitarbeitern in den USA teil. Von der Verpflichtung ausgenommen waren Mitarbeiter mit einem befristeten Vertrag. Das entspricht einer Teilnahme von rund 36 % der Gesamtbelegschaft an einem Compliance-Training und rund 90 % aller Bayer-Manager.
Unsere Führungskräfte sind besonders dazu verpflichtet, Vorbild für ihre Mitarbeiter zu sein, unsere Compliance-Anforderungen verstärkt in die Organisation zu tragen und deren Durchsetzung durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen. Führungskräfte können ihre Ansprüche auf variable Vergütungsanteile verlieren und müssen mit weiteren disziplinarrechtlichen Maßnahmen rechnen, wenn es in ihrem Verantwortungsbereich systematische Verstöße gegen das geltende Recht mit finanziellem Schaden für Bayer gegeben hat, die durch geeignete Maßnahmen hätten verhindert werden können. Das Thema „Compliance“ ist in den Zielvereinbarungen mit den Konzernführungskräften fest verankert.

News

Bayer will Geschäft in Japan weiter ausbauen

Bayer feierte 2011 das hundertjährige Bestehen seiner Tochtergesellschaft in Japan. Der Konzern will sein Geschäft in Japan trotz der erschwerten Bedingungen nach der Erdbeben- und Flutkatastrophe ausbauen und den Umsatz auch in den kommenden Jahren weiter steigern. „Japan bleibt auch in Zukunft einer der weltweit attraktivsten Märkte für Bayer“, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Marijn Dekkers auf einer Pressekonferenz zum hundertjährigen Bestehen der Bayer-Tochtergesellschaft im Land. Dekkers betonte die Bedeutung Japans für das globale Geschäft des Konzerns: „Japan ist für uns mehr als nur ein Markt. Dieses Land ist bekannt für seine Innovationskraft und hat in den vergangenen Jahren wesentlich zur Entwicklung unseres weltweiten Geschäfts beigetragen.“
Jeder Mitarbeiter ist verpflichtet, Verletzungen der „Corporate Compliance Policy“ unverzüglich zu melden. Entsprechende Hotlines, die auch eine anonyme Meldung erlauben, sind weltweit eingerichtet. Aufgrund von Besonderheiten der nationalen Rechtslage gilt diese Meldepflicht nicht in Frankreich. Im Berichtsjahr wurden über die zentrale „Compliance Hotline“ und Mailadresse insgesamt 64 relevante Meldungen registriert - 28 aus Deutschland und 36 aus aller Welt. Davon gingen 46 Meldungen per Mail ein (17 davon anonym) und 16 telefonisch (8 anonym) sowie 2 anonym per Post. Alle Compliance-Verdachtsfälle werden weltweit nach einheitlichen Kriterien erfasst und nach definierten Regeln gemäß der Direktive „Bearbeitung von Compliance-Vorfällen“ abgearbeitet.
Ende 2011 hat der Konzern beschlossen, seine weltweiten Aktivitäten für Corporate Compliance (gesetz- und regelkonformes Verhalten) zu intensivieren. Zu diesem Zweck wurde u. a. ein Group Compliance Office für die Handhabung konzernübergreifender Compliance-Themen eingerichtet. Die Prävention wird künftig noch mehr als bisher im Vordergrund stehen. Die Compliance-Organisation möchte beraten, aufklären und unterstützen. Beispielsweise sollen die Beratungsmöglichkeiten für Mitarbeiter erweitert und leichter zugänglich gemacht werden, und es sind mehr Trainingsmaßnahmen geplant. Darüber hinaus sollen die Risikobeurteilungen verbessert sowie weltweite Vertragspartner in bestimmten Geschäftsbereichen regelmäßig überprüft werden („Third Party Due Diligence“-Projekt). Auch Kontrollen im Unternehmen wird es weiterhin geben. Bei Unregelmäßigkeiten soll schnell reagiert werden. Bayer will sicherstellen, dass die Compliance-Vorgaben weltweit umgesetzt werden. Verstöße können sowohl für das Unternehmen als auch für den einzelnen Mitarbeiter gravierende Folgen haben. Das soll mit einem sieben Elemente umfassenden Compliance-Programm verhindert werden. Die bestehende Corporate Compliance Policy behält ihre Gültigkeit.
Weitere Anforderungen an die neue Organisation sind einheitliche, effiziente Strukturen und weltweite Prozesse, die auch die Teilkonzerne, Servicegesellschaften und Landesorganisationen umfassen. Dazu wurde z. B. ein hochrangig besetztes Compliance Committee für Grundsatzentscheidungen ins Leben gerufen.

Verantwortliches Marketing

Wir sind überzeugt, dass sich verantwortliches Handeln im Marketing an nachhaltigen Prinzipien orientieren muss. Bei der Vermarktung von Produkten duldet Bayer keine Gesetzesverstöße. Zum verantwortlichen Marketing gehören aber weitere ethisch-moralische Grundsätze, die ihren Ausdruck beispielweise in einer transparenten, konsistenten und verlässlichen Kommunikation finden sowie in der Verpflichtung zur regelmäßigen Bewertung unserer Produkte und zur Einleitung ggf. erforderlicher Maßnahmen.
Um unser Bekenntnis zum verantwortlichen Marketing im Konzern transparent zu dokumentieren und noch stärker und fokussierter voranzutreiben, hat das Community Board Sustainable Development 2011 beschlossen, unsere Grundsätze in einer Konzernposition zu „Responsible Marketing & Sales“ [ 50 ] zusammenzufassen. Parallel dazu haben unsere Teilkonzerne damit begonnen, ihr Bekenntnis zu regelkonformem und ethischem Verhalten und zur Einhaltung industriespezifischer Anforderungen bei der Vermarktung von Produkten zu unterstreichen. Mit dieser Initiative schaffen wir die Basis für die weitere Betonung des Themas in den fortlaufenden Trainingsmaßnahmen.

Unser Risikomanagement

Jedes unternehmerische Handeln ist untrennbar mit Chancen und Risiken verbunden. Deren wirksames Management ist ein bedeutender Erfolgsfaktor zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenswerts.
Im Bayer-Konzern ist die Steuerung von Chancen und Risiken integraler Bestandteil des konzernweiten Systems der Unternehmensführung und nicht Aufgabe einer bestimmten organisatorischen Einheit. Unser Risikomanagement schließt Nachhaltigkeitsaspekte ein, denn diese tragen zur Sicherung des Unternehmenswerts bei. Sie gehören – genauso wie einwandfreie Produktqualität und gesetzeskonformes Handeln – zu den Voraussetzungen dafür, dass wir den Geschäftsbetrieb langfristig aufrechterhalten und den ökonomischen Erfolg sichern können.
Risiken werden im Bayer-Konzern systematisch und fortlaufend identifiziert, analysiert und in einer Datenbank erfasst. Als Risiko gelten Ereignisse und mögliche Entwicklungen innerhalb oder außerhalb des Unternehmens, die eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts gefährden. Risikorelevante Informationen werden mindestens vierteljährlich sowie bei Bedarf ad hoc erhoben. Die Dokumentation umfasst neben der Risikobeschreibung eine Bewertung nach Schadensausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit sowie Maßnahmen zur Überwachung und Steuerung. Die inhaltlichen Kriterien hierzu sind in einer Verfahrensanleitung („BayRiskInstruction“) geregelt. Das Risikomanagement ist auf Konzernebene dem Finanzvorstand zugeordnet. Klare Verantwortlichkeiten in den Unternehmensbereichen gewährleisten ein effizientes Risikomanagementsystem. Mehr zum Risikomanagement in den Teilkonzernen [ 51 ] finden Sie im Online-Bericht.
Zu den spezifisch nachhaltigkeitsrelevanten Risiken, die durch unser Risikomanagement abgedeckt werden, gehören insbesondere sicherheits- und umweltrelevante Risiken. Die Herstellung von chemischen Produkten birgt Risiken, die mit der Produktion, der Abfüllung, der Lagerung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen verbunden sind. Diese Risiken können Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen sowie die Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen zur Folge haben. Wir begegnen Produkt- und Umweltschutzrisiken mit entsprechenden Qualitätssicherungsmaßnahmen und erhöhen die Prozesssicherheit durch ein integriertes Qualitäts-, Gesundheits-, Umwelt- und Sicherheitsmanagement (siehe auch Kapitel „Ökologie“). Ein Gefahrenabwehrsystem („Bayer Emergency Response System“, BayErs) zum Schutz der Mitarbeiter, der Nachbarn, der Umwelt und der Produktionsanlagen ist verpflichtender Bestandteil der integrierten HSEQ (Health, Safety, Environment, Quality)-Managementsysteme an unseren Produktionsstandorten. Die Grundlage hierfür legt die Handlungsanweisung „Krisenmanagement im Konzern bei außergewöhnlichen Ereignissen“ fest.
Um mögliche nachhaltigkeitsrelevante Risiken aus unseren Beschaffungswegen zu minimieren, beziehen wir auch unsere Lieferanten in das Risikomanagement mit ein (siehe auch Lieferantenmanagement.).
In unserem Geschäftsbericht 2011 findet sich ein ausführlicher Chancen- und Risikobericht. Darüber hinaus berichten wir detailliert über klimabezogene Risiken, Chancen und deren finanzielle Auswirkungen in unserem jährlichen „Carbon Disclosure Project (CDP)“-Bericht [ 52 ].

Rechtliche Risiken

Als international tätiges Unternehmen mit heterogenem Portfolio ist der Bayer-Konzern einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu können insbesondere Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Patentrecht, Steuerrecht sowie Umweltschutz gehören. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren sind nicht vorhersagbar, sodass aufgrund von gerichtlichen oder behördlichen Entscheidungen oder der Vereinbarung von Vergleichen Aufwendungen entstehen können, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind und wesentliche Auswirkungen auf unser Geschäft und seine Ergebnisse haben können. Eine Beschreibung der aus heutiger Sicht wesentlichen Rechtsrisiken befindet sich im Bayer-Geschäftsbericht 2011.

Stakeholder-Dialog

Als gesellschaftlich engagiertes und weltweit tätiges Unternehmen wissen wir, dass es auf einen offenen und transparenten Dialog mit allen Interessengruppen ankommt. Wir sind überzeugt, dass sich ohne regelmäßigen Austausch mit unseren Stakeholdern auf Dauer keine Zustimmung für unternehmerisches Handeln erzielen lässt. Auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene suchen wir daher mit unseren Stakeholdern den zielgerichteten Austausch. Zu unseren direkten Partnern zählen wir Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten. Die Gruppe der Finanzmarktteilnehmer sichert unsere wirtschaftliche Basis. Auch die Vertreter öffentlicher Interessen, wie Anwohner an unseren Standorten, Nichtregierungsorganisationen oder Politiker, nicht zuletzt aber auch die breite Öffentlichkeit stellen unsere wichtigen Anspruchsgruppen dar. Und schließlich bewegen wir uns in einem Handlungsrahmen, der von der Gesetzgebung, wissenschaftlichen Erkenntnissen und den öffentlichen Trägern bestimmt wird.
Unsere wichtigsten Anspruchsgruppen lassen sich in vier größere Bereiche gliedern. Die jeweiligen Stakeholder setzen unterschiedliche thematische Schwerpunkte.
* Environmental, Social and Governance
Systematische Stakeholder-Dialoge weltweit sind für uns Basis und Notwendigkeit für ein besseres gegenseitiges Verstehen. Wir wollen damit Vertrauen in unsere Arbeit schaffen. Im Gespräch mit Vertretern unserer Anspruchsgruppen legen wir unsere jeweiligen Sichtweisen und Handlungsoptionen offen dar. Gemeinsam identifizieren wir Herausforderungen und betrachten diese aus verschiedenen Blickwinkeln.
Welche Themen für unsere Stakeholder-Gruppen besonders wichtig sind, erheben wir u. a. durch regelmäßige Befragungen. Im Winter 2011 haben 328 externe Stakeholder, wie Lieferanten, Kunden und Finanzmarktteilnehmer, aber auch Personen aus Politik und Wissenschaft auf unsere Online-Befragung geantwortet. Wir wollten wissen, für wie wichtig sie bestimmte Nachhaltigkeitsthemen für Bayer erachten und wie sie unsere Leistung in diesen Themenfeldern als Konzern beurteilen. Wir fragten auch nach der Einschätzung der Relevanz der von Bayer bisher fokussierten strategischen Nachhaltigkeitsthemen und wie ihre Meinung zu Inhalt und Form unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung ist. Durch diese Vorgehensweise entdecken wir Verbesserungsmöglichkeiten, erkennen Risiken schneller und können Trends ebenso wie neue Marktchancen frühzeitig aufnehmen. Details zur vergangenen Stakeholder-Befragung, einen Überblick über unsere Stakeholder-Gruppen, die Art und Frequenz des Austauschs mit ihnen sowie zahlreiche Praxisbeispiele aus dem Jahr 2011  [ 53 ] finden Sie im Internet.
Wir haben 2011 für strategische Investitionsprojekte ein neuentwickeltes Instrument vorgestellt: den „Stakeholder Check“. Er soll es uns ermöglichen, die Perspektiven potenziell kritischer Stakeholder bei Investitionsentscheidungen besser zu berücksichtigen. In Informationsveranstaltungen für alle Teilkonzerne wurde deutlich aufgezeigt, dass Dialogprozesse in dieser Form gesellschaftliches Vertrauen schaffen und aus diesem Grund auch wirtschaftlich sinnvoll sind. Bei der Genehmigung von Investitionen soll daher ab 2012 die systematische Stakeholder-Analyse für strategische Investitionsvorhaben ab einem Volumen von 20 MIO € eine wichtige Rolle spielen.

Wahrnehmung politischer Interessen

Zu unseren Stakeholdern auf der politischen Ebene zählen Gesetzgeber, Behörden und die Wissenschaft. Hier werden die Rahmenbedingungen unseres Geschäfts entscheidend mitgeprägt. Gleichzeitig haben unsere Stakeholder ein aktives Interesse an der Expertise der Industrie. Politische Interessenvertretung sehen wir daher als eine wichtige und legitime Möglichkeit, an Entscheidungsprozessen mitzuwirken. Als Basis für diese Aktivitäten haben wir mit dem „Verhaltenskodex für verantwortungsvolles Lobbying“ [ 56 ] klare Regeln geschaffen. Unser Kodex entspricht in den Grundzügen dem Grünbuch Europäische Transparenzinitiative der Europäischen Union (EU). Dies beinhaltet auch, dass ein Lobbyist zu erkennen geben muss, wessen Interessen er vertritt. Innerhalb des Konzerns ist unser „Public and Governmental Affairs Committee“ für die Ausrichtung und Priorisierung der politischen Arbeit des Unternehmens verantwortlich. Dazu gehören sowohl konzernübergreifende Aufgaben wie die Publizierung des Bayer-Politikbriefs, die Eintragung in das Lobbyregister der EU sowie die Bearbeitung teilkonzernspezifischer politischer Fragestellungen. Der Fokus der politischen Interessenvertretung [ 54 ] von Bayer lag im Jahr 2011 auf den Bereichen Akzeptanz von Technologien und Produkten, Förderung und Honorierung von Innovation, nachhaltige Gesundheitssysteme, Chemikalienmanagement sowie Energiepolitik und Klimaschutz.
Unsere Verbindungsbüros in Berlin, Brüssel, Washington und Peking sind bedeutende Schnittstellen zur Politik. Für mehr Transparenz hat sich Bayer als eines der ersten Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie in das Register der Interessenvertreter der Europäischen Kommission [ 55 ] eintragen lassen und die relevanten Kosten – im Jahr 2011 insgesamt rund 2,5 MIO € – für die Lobbyarbeit auf EU-Ebene offengelegt. Wir erwarten eine solche Initiative auch in Deutschland und werden uns im Falle der Einführung an einem solchen Register beteiligen. Im Jahr 2011 haben wir für unser Berliner Verbindungsbüro 1,2 MIO € ausgegeben. Dies beinhaltet Personal-, Sach- und Projektkosten. In den USA legt Bayer seine Lobbykosten in mehreren öffentlichen Datenbanken offen.

Dialog

Investoren im Dialog mit dem Management

Rund 75 institutionelle Investoren und Finanzanalysten aus Europa waren im März 2012 auf Einladung des Bayer-Konzerns zu Gast bei der siebten „Meet Management“-Investorenkonferenz in Leverkusen. Die Gäste nutzten die Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit dem Bayer-Konzernvorstand sowie den Vorstandschefs der Teilkonzerne, Dr. Jörg Reinhardt von Bayer HealthCare, Sandra Peterson von Bayer CropScience und Patrick Thomas von Bayer MaterialScience und deren Vorstandskollegen. Besonders geschätzt wurden die kleinen Gesprächsrunden, in denen die Teilnehmer mit dem Vorstand der Holding und der Teilkonzerne intensiv über die Entwicklung des Unternehmens und seiner Märkte diskutieren konnten. Aufgrund der guten Erfahrungen mit diesem Veranstaltungsformat wird Bayer 2012 ähnliche Veranstaltungen in New York und Tokio durchführen.

Investoren und Analysten wie Fabian Wenner (2. v. li.) schätzen den direkten Dialog mit Bayer-Chef Dekkers (2. v. re.).
Gemäß seinen Richtlinien verpflichtet sich Bayer, keine direkten Spenden an politische Parteien, parteinahe Institutionen, Politiker oder Kandidaten für ein politisches Amt zu leisten. Die Verbände, in denen wir Mitglied sind, spenden allerdings unter Berücksichtigung der jeweiligen gesetzlichen Regelungen, insbesondere der Parteigesetze, in eigener Verantwortung. In den USA nutzen Bayer-Mitarbeiter die Möglichkeit, einzelne Kandidaten für parlamentarische Ämter durch private Spenden über das Bayer Corporation Political Action Committee (BayPac) zu unterstützen. Political Action Committees sind in den USA staatlich reglementierte und rechtlich selbstständige Vereinigungen der Mitarbeiter zur Sammlung privater Spenden für politische Kandidaten und Organisationen. Diese Spenden sind daher keine Unternehmensspenden. Die BayPac-Beiträge werden regelmäßig an die US-Wahlaufsichtsbehörde Federal Election Commission [ 57 ] gemeldet. Alle Details sind auf dieser Website transparent abrufbar.

Engagement in den Regionen

Als internationales Unternehmen tragen wir in vielen Regionen der Welt auf unterschiedliche Weise zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung bei. Wir orientieren uns dorthin, wo unsere Kunden sind, führen in allen Regionen Produktionsstandorte, investieren in Forschung & Entwicklung, schaffen Arbeitsplätze, gehen Lieferantenbeziehungen ein und engagieren uns gezielt gesellschaftlich an unseren Standorten weltweit. Auch für Bayer hat die regionale Präsenz viele Vorteile. In der Nähe der Kunden zu produzieren, stärkt die Kundenbindung und senkt Transportkosten sowie Umweltbelastungen.
Bayer versteht sich als regionaler Arbeitgeber, der Arbeitsplätze vor Ort schafft, zur sozialen Sicherung an seinen Standorten beiträgt und die Kaufkraft in verschiedenen Weltregionen stärkt. Wir unterstützen gerade in Wachstumsregionen Personalaufbau und Talentmanagement sorgfältig und intensiv. Außerdem wird die Vielfalt gefördert, sowohl in puncto Unterstützung weiblicher Führungskräfte als auch hinsichtlich der Qualifizierung heimischer Mitarbeiter für Leitungsaufgaben. An die Gemeinden, in denen wir tätig sind, fließen daneben regional erhobene Unternehmenssteuern, wodurch wir zur volkswirtschaftlichen Entwicklung beitragen.
Unseren Beschäftigen bieten wir an unseren Standorten weltweit ein hohes Maß an sozialer Absicherung. Im Berichtsjahr belief sich unser Personalaufwand inklusive der Aufwendungen für soziale Abgaben und Altersversorgung auf 8.726 MIO €. Die leistungsorientierten Verpflichtungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen betrugen zum 31. Dezember 2011 19.310 MIO €.
2 Personalaufwand und Pensionsverpflichtungen* (weltweit in Mio. Euro)
20072008200920102011
Personalaufwand7.5717.4917.7768.0998.726
– davon soziale Abgaben und Altersversorgung1.6111.5131.4901.6231.672
Pensionsverpflichtungen**15.02214.91015.93117.69919.310

* Vorjahreswerte bis 2010 wie zuletzt berichtet

** Anschaffungsbarwert der leistungsorientierten Verpflichtungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Wachstumsmärkte wie Asien spielen in unserer Unternehmensstrategie eine zentrale Rolle. Bayer ist über Landesorganisationen, vor allem in China, Indien und Japan seit vielen Jahren gut lokal verwurzelt. Asien war 2011 die wichtigste Wachstumsregion für Bayer. Produktion, Vertriebsnetz, auch in Subzentren und im ländlichen Raum, und Forschung sollen weiter ausgebaut werden, um die Verfügbarkeit unserer Produkte vor Ort zu verbessern. Bis 2015 plant Bayer 1,8 MRD € Sachanlageinvestitionen in Asien. Wesentliche, strategisch relevante Investitionen in Sachanlagen der Teilkonzerne im Jahr 2011 finden Sie in unserem Geschäftsbericht.
Bayer Business Services unterstützt als Inhouse- Consulting-Einheit die Teilkonzerne bei ihren Internationalisierungsplänen. Wachstum in den Schwellenländern stand beispielsweise im Dezember 2011 im Mittelpunkt des Business Excellence Day. Currenta kooperiert als Chempark-Betreiber in China mit dem Nanjing Chemical Industry Park. Hierdurch profitiert Currenta auch bei der Vermarktung der deutschen Chempark-Standorte für internationale Investoren.

News

CO-Pipeline: Wichtiger Rohstoff-Verbund am Rhein

Kohlenmonoxid (CO) – ein wichtiger Grundstoff für die chemische Industrie. Am Bayer-Standort in Krefeld-Uerdingen reicht die Produktion auf Dauer nicht aus. Daher sollen die Betriebe dort über eine Pipeline mit CO [ 59 ] aus dem Chempark Dormagen versorgt werden. Der nordrhein-westfälische Landtag hat im Rahmen seiner Gesetzgebungsverfahren mehrfach festgestellt, dass die CO-Pipeline dem Allgemeinwohl dient, weil das Projekt die wirtschaftliche Struktur des Landes stärke. Die 67 Kilometer lange Rohrleitung ist nahezu fertig. Sie wird erst dann in Betrieb gehen, wenn alle Auflagen erfüllt sind. Hierzu gehört auch ein positiver Gerichtsentscheid. Bayer hat bei der CO-Pipeline, die unterirdisch größtenteils auf der rechten Rheinseite verläuft und vorhandene Infrastruktur-Trassen wie Gleise und Autobahnen nutzt, von Beginn der Planung an einen intensiven Dialog mit allen Beteiligten geführt – also mit Anwohnern, Behörden, der Politik und anderen gesellschaftlichen Vertretern. Der Konzern nimmt Bedenken der Anwohner ernst. Deshalb wurde auch ein umfangreiches Sicherheitskonzept entwickelt, das im Pipeline-Bau Maßstäbe setzt. Es geht über die gesetzlichen Anforderungen hinaus.
Bayer investiert weltweit in seine Standorte – und berücksichtigt dabei Umweltaspekte über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. Für alle Investitionsvorhaben, die 10 MIO € überschreiten, führen wir eine freiwillige ökologische Beurteilung durch.
Wachstum in Schwellenländern bedeutet auch, Lösungen für die dortigen spezifischen Herausforderungen zu finden. Dies betrifft z. B. Krankheiten, die in Asien stärker verbreitet sind als anderswo, wie etwa Leberkrebs und Diabetes. Auch will Bayer HealthCare den Zugang zu neuen Medikamenten in Asien beschleunigen, indem Patienten dort bereits in die frühen Phasen der globalen Entwicklungsprogramme integriert werden. Zudem sollen innovative Medikamente zeitgleich in Asien, Europa und den USA zur Zulassung angemeldet werden. Bayer MaterialScience stellt seinen industriellen Kunden neben lokal hergestellten Polymer-Produkten auch entsprechende Anwendungsberatung und -entwicklung in seinen Systemhäusern zur Verfügung. In Qingdao, China, wurde der Grundstein für ein neues Systemhaus gelegt. In Shanghai, China, hat Bayer MaterialScience auch den weiteren Ausbau seines Polymer-Forschungs- und Entwicklungszentrums begonnen. Ebenfalls in Shanghai wurde im November 2011 eine neue Produktionsanlage für das Kunststoffvorprodukt TDI (Toluylen-Diisocyanat) eingeweiht, die 250.000 Jahrestonnen produzieren soll.
In Indien hat Bayer HealthCare im Januar 2011 ein Joint Venture mit dem Unternehmen Zydus Cadila gegründet. Bayer Zydus Pharma vereint komplementäre Produktportfolios und spezialisierte Vertriebseinheiten in den Bereichen Women’s Healthcare, diagnostische Bildgebung, Allgemeinmedizin und Onkologie. Bayer MaterialScience weihte im Februar 2011 ein neues „Color Competence and Design Center“ in Greater Noida, Indien, ein.
Bayer CropSciencewill in ländlichen Regionen Indiens einen Beitrag zur Verbesserung des Lebensstandards durch erhöhte Wertschöpfung und Reinvestition dieser Wertschöpfung vor Ort leisten und startete dazu 2010 das „Model Village Project“ [ 58 ]. Die „Bayer Prayas Rural Development Organization“ wurde 2011 dazu gegründet, die sämtliche Aktivitäten vor Ort koordiniert und der im weiteren Projektfortschritt über den Bereich der Landwirtschaft hinaus auch andere Partner wie Nichtregierungsorganisationen oder lokale Unternehmen beitreten können. Als Teil des Projekts wurden im ländlichen Umfeld 2011 in ausgewählten indischen Dörfern die Technologie für eine systematische Tröpfchenbewässerung in der Saatgutproduktion und deren Akzeptanz erfolgreich getestet. Sie soll 2012 in den Modelldörfern eingeführt werden. Seit November 2011 haben wir begonnen, weitere geeignete Maßnahmen einzuführen: Wir haben für Farmer einen direkten Marktzugang durch unsere dörflichen Servicezentren geschaffen, in denen jetzt auch Produkte und Beratung zur Nutztierhaltung in Zusammenarbeit mit Bayer HealthCare angeboten werden. Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten für Kinder werden durch die Einführung eines bewährten Stipendienprogramms – des „Bayer Vidya Prayas Scholarship Scheme“ – ab Januar 2012 gefördert. Die Hochschule Pforzheim ist in die Entwicklung weiterer Konzepte rund um das Thema Model Village als Partner eingebunden. Die Hochschule hat in Zusammenarbeit mit einer indischen Nichtregierungsorganisation im August und September 2011 rund 2.300 Personen befragt. Durch die Wiederholung der Erhebung in regelmäßigen Abständen sollen der Projektfortschritt und die Veränderung des Lebensstandards der Dorfbevölkerung ermittelt werden, um auch wertvolle Erkenntnisse für die weitere Gestaltung des Projekts zu erfahren.
Derzeit konzentrieren wir uns auf diesen ganzheitlichen Projektansatz in Modelldörfern. Wir helfen dadurch den Landwirten die Produktivität zu erhöhen und die Saatgutqualität zur Erzielung höherer Einkommen zu verbessern. So unterstützen wir auch die Zahlung fairer Löhne für die Arbeiter auf den von Bayer CropScience kontraktierten Anbauflächen.
Darüber hinaus investieren wir in die Forschungvor Ort. So stärkt z. B. Bayer HealthCare seine Forschung durch ein 2011 eingeweihtes neues Innovationszentrum bei San Francisco, USA. Bayer CropScience eröffnete 2011 ein Saatgut-Forschungslabor in Singapur und Bayer MaterialScience hat im Januar 2012 im Chempark Dormagen, Deutschland, ein neues Forschungszentrum zur Verfahrensforschung für die zentralen Vorproduktevon Polyurethan eingeweiht.
Bayer unterstützt außerdem in den Regionen Amerika, Europa und Asien universitäre Forschung. Ende 2011 erhielt die Universität Rostock eine Stiftungsprofessur an der Medizinischen Fakultät. Bereits 2009 stiftete Bayer den Lehrstuhl für Apparatetechnik an der TU Dortmund. In China unterstützt Bayer vier Lehrstühle an drei Universitäten: Diese konzentrieren sich auf nachhaltige Entwicklung, das Recht des geistigen Eigentums (beide Tongji), Gesundheitspolitik (Tsinghua) und Marketing an der China Europe International Business School. An der Universität Tongji finanziert Bayer MaterialScience mit 1,5 MIO € über zunächst fünf Jahre die „Bayer-Tongji Eco-Construction & Material Academy“, um zur Entwicklung innovativer und nachhaltiger Lösungen im Gebäudebau beizutragen. Bayer CropScience hat im Rahmen seiner Kooperation zur Verbesserung der Weizenzüchtung mit der Universität von Nebraska, USA, einen Lehrstuhl an der Fakultät für Getreidezüchtung eingerichtet.
Inwieweit in vielen Regionen unser Einkaufsvolumen ebenfalls einen beträchtlichen Entwicklungsfaktor darstellt, lesen Sie im nachfolgenden Kapitel. Neben Geschäftsbeziehungen zu Kunden und Lieferanten engagiert sich Bayer an seinen Standorten weltweit auch gezielt gesellschaftlich. Mehr dazu im Kapitel „Gesellschaftliches Engagement“.

Lieferantenmanagement

Durch unser Einkaufsvolumen üben wir in vielen Regionen einen beträchtlichen Einfluss auf die Gesellschaft und Umwelt aus. Im Berichtsjahr haben wir in mehr als 115 Ländern für rund 15,7 MRD € bei etwa 98.000 Lieferanten Waren und Dienstleistungen eingekauft. Bei den OECD-Ländern vereinten Deutschland, die USA und Japan knapp 70 % der Ausgaben auf sich. Dies entspricht knapp 59 % der Gesamtausgaben des Konzerns. Bei den Nicht-OECD-Ländern machen drei der BRIC-Länder – China, Brasilien und Indien – 11 % der Gesamtausgaben oder über 70 % der Ausgaben in Nicht-OECD-Staaten aus.
3 Anzahl der Lieferanten und Ausgaben nach Wirtschaftsregionen
Lieferanten in %Ausgaben in %
OECD-Länder7384
Nicht-OECD-Länder2716

Nachhaltigkeit im Einkauf

Ein nachhaltigkeitsorientiertes Lieferantenmanagement ist für Bayer strategisch wichtig für den Unternehmenserfolg. Die Grundsätze unserer Einkaufspolitik sind in der konzernweiten Leitlinie der „Procurement Community“ festgelegt. Durch die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in unsere konzernweiten Einkaufsprozesse können wir Risiken vermeiden, Kosten senken und den Umsatz steigern. Wir streben verantwortungsvolles Handeln in der gesamten Lieferkette an, denn wir wollen mit unseren Geschäftspartnern stabile und langfristige Beziehungen eingehen. Basis für die Zusammenarbeit ist unser Verhaltenskodex für Lieferanten [ 60 ], in dem wir unsere Nachhaltigkeitsgrundsätze und Anforderungen dokumentieren. Er ist fester Bestandteil des Lieferantenauswahl- und -bewertungsprozesses und konzernweit in die elektronischen Bestellsysteme und Verträge mit einer Klausel rechtsverbindlich integriert. Darüber hinaus werden standardisierte Klauseln zur Integration in Rahmenverträge allen Mitarbeitern im Einkauf zur Verfügung gestellt. Um an Ausschreibungen in unserem Lieferantenmanagementsystem teilzunehmen, müssen Lieferanten vor Abgabe eines Angebots die Kenntnisnahme des Bayer-Lieferantenkodex verpflichtend bestätigen.
4 Einkaufsvolumen in OECD- und Non-OECD-Staaten  (in %)
Ausgaben OECDDeutschlandUSAJapanAndere
31,420,47,025,4
Ausgaben Nicht-OECDChinaBrasilienIndienAndere
6,23,02,34,3

Training

Das 2009 aufgesetzte Trainingskonzept für Nachhaltigkeit im Einkauf wurde im Berichtsjahr weiterverfolgt. Neue Mitarbeiter im Einkauf durchliefen das verpflichtende Training, das die Grundlagen für ein nachhaltigkeitsorientiertes Lieferantenmanagement sowie unseren Managementansatz vermittelt.
Durch verschiedene Initiativen weltweit, wie beispielsweise einen Lieferantentag in Finnland oder die Verleihung der BayBuy Awards in Indien, wollen wir bei unseren Lieferanten ein zunehmendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit schaffen. Ein weiterer globaler Lieferantentag ist für 2012 geplant.

Lieferanten-Bewertungen

Mit Lieferanten-Selbsteinschätzungen und Audits überprüfen wir, ob die Anforderungen des Verhaltenskodex für Bayer-Lieferanten in der Lieferkette umgesetzt und eingehalten werden. Die Auswahl der zu überprüfenden Lieferanten erfolgt anhand eines länderbasierten Risikoansatzes und wurde um strategische und Schlüssellieferanten auch aus Nicht-Risikoländern erweitert. Wir werden auch zukünftig an einer fokussierten Erweiterung unseres Risikoansatzes arbeiten. Die Lieferanten-Selbsteinschätzungen – mittels Fragebogen oder vor Ort – wurden 2011 sowohl qualitativ als auch quantitativ erhöht: Insgesamt wurde die Anzahl von Bewertungen im Vergleich zum Vorjahr um über 33 % gesteigert. Von den 361 bewerteten Lieferanten aus 26 Ländern waren 70 Lieferanten aus Risikoländern, 114 strategische Lieferanten und 177 Schlüssellieferanten. Insgesamt wurden bei 144 Lieferanten Verbesserungspotenziale und bei 32 Lieferanten deutliche Verbesserungsbedarfe festgestellt. 185 wiesen keinen Optimierungsbedarf auf. Sollte Verbesserungsbedarf bei einem Lieferanten bestehen, dann wird mit ihm ein Aktionsplan mit gemeinsam definierten Maßnahmen aufgestellt. 2011 wurden durch diese Lieferanten-Selbsteinschätzungen insgesamt 25 % des gesamten und 56 % des Ausgabevolumens in Risikoländern abgedeckt. Zusätzlich wurden in Indien 104 landesspezifische Bewertungen vorgenommen. Wir planen, zukünftig die Lieferanten-Selbsteinschätzung zielgerichteter durchzuführen, indem wir ein modulares Fragebogenformat einsetzen werden.
Mit Audits haben wir 2011 stichprobenartig die Angaben der Lieferanten aus der Lieferanten-Selbsteinschätzung überprüft: Bei 15 Lieferanten in vier Ländern (China, Thailand, Indien, Japan) wurden in Zusammenarbeit mit unabhängigen, externen Auditoren Nachhaltigkeitsaudits realisiert. Alle identifizierten Verbesserungspotenziale wurden in gemeinsam abgestimmte und verbindliche Aktionspläne mit festen Umsetzungsfristen eingebracht, die gemeinsam mit unserem externen Auditor nachgehalten werden. Außerdem nahmen Bayer-Auditoren im Berichtsjahr 205 Audits bei Lieferanten mit Fokus auf HSE (Health, Safety, Environment) vor. Ziel dieser hse-Audits ist die Überprüfung der Verlässlichkeit bei Lieferanten von strategisch wichtigen Synthesezwischenprodukten, die ein erhöhtes Risiko bei Arbeits- und Prozesssicherheit oder Umweltschutz aufweisen. Hierdurch sollen Lieferengpässe und Reputationsschäden vermieden werden. Auch bei den hse-Audits wurden identifizierte Verbesserungspotenziale mit Maßnahmenplänen versehen und durch unsere Auditoren nachgehalten. Keiner der bei diesen Audits identifizierten Verbesserungsbedarfe führte zu einer Beendigung der Lieferantenbeziehung.

Partnerschaften für nachhaltiges Lieferantenmanagement: Industrie-Initiativen

Um die vielseitigen Herausforderungen einer nachhaltigen Lieferkette und den kontinuierlich steigenden Anforderungen von Stakeholder-Gruppen sinnvoll zu begegnen und Synergien auszuloten, hat sich Bayer 2011 zwei Industrie-Initiativen angeschlossen. Dies erfolgte auch mit der Absicht, sowohl bei Lieferanten als auch den Einkaufsorganisationen administrativen Aufwand und Kosten zu reduzieren. Die im Rahmen der Industrie-Initiativen geplanten Audits ergänzen unser Bayer-Auditprogramm. Im April 2011 ist Bayer der „Pharmaceutical Supply Chain Initiative (PSCI) [ 62 ] beigetreten. Hauptaugenmerk lag 2011 auf der Erarbeitung eines PSCI-Standards für gemeinsame Audits. Im Weiteren sollen Auditergebnisse ausgetauscht und Audits bei gemeinsamen Lieferanten durch qualifizierte, unabhängige Anbieter vorgenommen werden. Zusammen mit fünf anderen Chemieunternehmen hat Bayer 2011 außerdem eine Supply-Chain-Initiative der chemischen Industrie gegründet. In einem ersten Schritt haben die beteiligten Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsanforderungen konsolidiert und Möglichkeiten für den Austausch von Nachhaltigkeitsbewertungen und -Audits evaluiert. 2012 sind in einer Pilotphase Lieferanten-Selbsteinschätzungen und Audits für gemeinsame Lieferanten geplant. 2011 haben wir mit der Chemie-Initiative beschlossen, das Reporting und Monitoring von Nachhaltigkeitsbewertungen zukünftig über eine gemeinsame IT-Plattform abzuwickeln. Über eine Schnittstelle zu unserem Bayer-Lieferantenmanagementsystem werden wir die Ergebnisse von Nachhaltigkeitsbewertungen unserer Lieferanten in Einkaufsentscheidungen integrieren.

Bekämpfung der Kinderarbeit

Ein wichtiger Fokus der Arbeit mit unseren Lieferanten in Entwicklungs- und Schwellenländern liegt auf dem Verbot von Kinderarbeit. Leider ist in vielen Regionen der Welt Kinderarbeit noch weit verbreitet. Auch in einigen Ländern, in denen wir tätig und vertreten sind, müssen Kinder immer noch – beispielsweise durch Feldarbeit – zum Lebensunterhalt der Familien beitragen. Im Sinne unseres Bekenntnisses zu Menschenrechten weltweit und der entsprechenden Unternehmensposition verpflichten wir Lieferanten entlang unserer Lieferkette, auf Kinderarbeit zu verzichten. Denn in den entwickelten Märkten des Westens gilt Kinderarbeit nicht nur als unethisch, sondern birgt auch ein hohes Reputationsrisiko mit wirtschaftlichen Folgen für beteiligte Unternehmen.
Seit vielen Jahren engagiert sich Bayer CropScience in Indien mit seinem „Child Care Program“ [ 61 ] konsequent und systematisch gegen Kinderarbeit in unserer Baumwollsaatgut-Zulieferkette. Im Mittelpunkt steht Bildung als Schlüssel für eine dauerhafte Verbesserung der Lebensumstände. Innerhalb des Kinderschutzprogramms trägt hierzu vor allem die „Learning for Life“-Initiative bei, deren Projekte wir zusammen mit lokalen Nichtregierungsorganisationen und Schulbehörden ins Leben gerufen haben. Mehr als 2.700 Kinder und Jugendliche haben von 2005 bis 2011 von diesen Angeboten profitiert. Gegenwärtig liegt der Fokus der Initiative auf einer berufsqualifizierenden Ausbildung. Diese Bildungsmaßnahmen werden unterstützt durch vertragliche Vereinbarungen mit den Saatgutproduzenten. Außerdem werden mindestens sechsmal pro Anbausaison die Felder der Baumwoll-Saatgutproduktion kontrolliert. Die Tabelle zeigt die Entwicklung seit der Hauptsaison 2007/2008.
5 Ergebnisse des Feldmonitorings: Produktion Baumwollsaatgut (Indien)
Saison2007/
2008
Kharif*
2007/
2008
Rabi*
2008/
2009
Kharif
2008/
2009
Rabi
2009/
2010
Kharif
2009/
2010
Rabi
2010/
2011
Kharif
2010/
2011
Rabi
2011/
2012
Kharif
Anbaufläche (in Acres**)1.0141411.863381.6831722.1523352.773
Überprüfte Anbaufläche (in Acres)***6.33085510.77022210.5751.05213.8562.27616.712
Einzelheiten zu Arbeitskräften
Gesamtzahl der Über­prüfungen 28.6565.28343.2411.40935.8263.90243.1507.19850.548
Nach­gewiesene Fälle von Kinderarbeit897105022214018
Über­prüfungen ohne Be­anstandung28.5675.27643.1361.40935.8043.90043.1367.19850.530
Fälle von Kinderarbeit pro überprüftem Acre0,0140,0080,0100,0020,0020,00100,001
Anteil Kinder in % an der Gesamtzahl der
Arbeitskräfte
0,31 %0,13 %0,24 %0,00 %0,06 %0,05 %0,03 %0,00 %0,04 %

* Kharif – Anbau in der Regenzeit (Sommer) und Ernte im Herbst/Rabi – Anbau im Herbst und Ernte im Winter

** Anbaufläche (in Acres) Acre -4046,86 m²

*** kummulierte Darstellung der überprüften Anbaufläche auf Basis der durchgeführten Kontrollgänge (bis zu 6 pro Anbausaison)

Wir zahlen einen Bonus an die Zulieferer, die sich strikt an das Kinderarbeitsverbot halten, und veranstalten Schulungen zur landwirtschaftlichen Effizienzsteigerung. Im Falle eines Verstoßes erfolgen abgestufte Sanktionsmaßnahmen, die von der mündlichen Verwarnung bis hin zur Vertragskündigung im Wiederholungsfall reichen. Zusätzlich werden einmal jährlich bei zufällig ausgewählten Farmen unangekündigte Vor-Ort-Besuche von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, Indien, durchgeführt. Den Erfolg unseres umfassenden Maßnahmenpakets messen wir mit den beiden, in Tabelle 5 hervorgehobenen Indikatoren.

Die Bayer-Aktie als nachhaltiges Investment

Den Erfolg unserer nachhaltigkeits- und wertebasierten Unternehmensführung lesen wir u. a. an der Bewertung der Bayer-Aktie in Nachhaltigkeitsindizes und Rankings ab. Zunehmend achten Investoren darauf, in welcher Weise Unternehmen Aspekte wie Umwelt, Gesellschaft und Corporate Governance in ihre Strategien und Aktivitäten integrieren, und nutzen ihrerseits Nachhaltigkeitsratings als zusätzlichen Risikoindikator. Das gilt insbesondere für langfristig orientierte institutionelle Anleger wie beispielsweise Pensionsfonds.
6 Die Bayer-Aktie in Nachhalitgkeitsindizes und -fonds
Listung von Bayer
Index/Fonds200920102011

DJSI World
DJSI Europe

Sowohl FTSE4Good Global Index
als auch FTSE4Good Europe Index
FTSE4Good Environmental Leaders Europe 40 Index

ASPI Eurozone


Storebrand SRI Funds

Carbon Disclosure Leadership Index*
Carbon Performance Leadership Index*
(2010 veröffentlicht)

NYSE Euronext Low Carbon 100 Europe Index

Access To Medicine Index*
**
**

* Der Carbon Disclosure Leadership Index, der Carbon Performance Leadership Index und der Access to Medicine Index sind keine handelbaren Indizes.
** Keine Neubewertung in 2009 bzw. 2011 durchgeführt

Starken Zulauf hat auch die Investoreninitiative der Vereinten Nationen UNPRI (United Nations Principles for Responsible Investment) [ 63 ], die eng mit der Finanzinitiative des UN-Umweltprogramms (UNEP) und dem UN Global Compact zusammenarbeitet. Im Jahr 2011 hatten sich mehr als 900 Großinvestoren, Vermögensverwalter und Finanzdienstleister aus allen Kontinenten, die für ein Anlagevermögen von mehr als 30 Billionen US-Dollar stehen, den sechs Prinzipien der UNPRI verpflichtet.
Investoren, die ihre Anlageentscheidungen an Nachhaltigkeitskriterien ausrichten, wurden 2011 in Einzelgesprächen und auf einer SRI (Socially Responsible Investment)-Roadshow über das Engagement von Bayer im Bereich Nachhaltigkeit informiert.
Die Bayer-Aktie ist in zahlreichen Nachhaltigkeitsfonds und -indizes [ 64 ] gelistet. Bayer ist seit dessen Gründung im Jahr 1999 kontinuierlich im „Dow Jones Sustainability World Index (DJSI World)“ vertreten. Die Bewertung der Nachhaltigkeits-Performance der Unternehmen nimmt die Schweizer Rating-Agentur SAM im Auftrag des Index-Anbieters Dow Jones vor. In der aktuellen Bewertung 2012 honoriert SAM das nachhaltige Engagement von Bayer mit der SAM Gold Class, als eines von weltweit drei Unternehmen in der Chemie-Branche.
Auch im britischen FTSE4Good-Index ist Bayer seit dessen Gründung 2001 vertreten. Wir wurden 2011 erneut aufgrund unserer hohen Transparenz in der Berichterstattung in den „Carbon Disclosure Leadership Index (CDLI) des „Carbon Disclosure Project (CDP) [ 65 ] aufgenommen, in diesem Jahr branchenübergreifend als weltweit eines der vier besten Unternehmen. Aufgrund unserer Anstrengungen zur CO2-Reduktion wurde Bayer darüber hinaus in den „Carbon Performance Leadership Index (CPLI)“ mit Prädikat „A“ aufgenommen.
http://www.nachhaltigkeit2011.bayer.de/de/unternehmensfuehrung.aspx

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Letzte Änderung: 6. Juni 2012